Hakimi vor gericht: sexvorwurf belastet psg-star vor wichtigen duell
Boston – Achraf Hakimi, der marokkanische Nationalspieler und Verteidiger von Paris Saint-Germain, steht vor einem schweren Prozess. Nur wenige Stunden vor dem entscheidenden WM-Qualifikationsspiel gegen Schottland wurde bekannt, dass er wegen des Vorwurfs sexueller Nötigung einer 24-jährigen Frau angeklagt wird. Ein Urteil, das die Sportwelt und seine Karriere in Frage stellt.

Die anklage: was wirklich geschah in der nacht vom februar 2023
Die Vorwürfe beziehen sich auf Ereignisse vom Februar 2023, die nun nach einer über dreijährigen Untersuchung vor Gericht verhandelt werden sollen. Das Gericht in Versailles hatte bereits zuvor eine Untersuchung eingeleitet, doch Hakimis Erwartung auf eine Freispruch zerschlug sich. Die zuständige Kammer bestätigte die Anklage und ordnete einen Prozess vor dem Strafgericht der Hauts-de-Seine an.
Hakimi selbst reagierte auf die Entscheidung mit einer Erklärung über Twitter, in der er seine Frustration und Enttäuschung zum Ausdruck brachte. “Die Justiz hat mich in die Augen gesehen und gesagt: ‘Wenn du nicht berühmt wärst, gäbe es diese Ermittlung nie.’ Ich habe jahrelang geschwiegen, in der Hoffnung, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Doch nun wird eine Geschichte erzählt, die nicht meine ist, und meine Familie, mein Leben und die Wahrheit leiden darunter. Manchmal habe ich das Gefühl, ein leichtes Ziel zu sein. Ich warte auf diesen Prozess seit dem ersten Tag – und jetzt erwarte ich ihn mit Spannung, um endlich meine Version der Geschichte darlegen zu können.”
Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Aussage von Kylian Mbappé, dem Kapitän der französischen Nationalmannschaft, der als Zeuge erwartet wird. Mbappé hatte zuvor eine schriftliche Erklärung abgegeben, in der er die Schilderung des Vorfalls aus zwei Telefonaten mit der Frau wiedergab. Er betonte, dass Hakimi ihm von “liebevollen Berührungen im Intimbereich” berichtet habe und er keinen Widerstand von Seiten der Frau wahrgenommen habe. Diese Aussage könnte eine entscheidende Rolle im Verlauf des Prozesses spielen.
Die Staatsanwaltschaft hingegen sieht die Beweislage als eindeutig. Rachel-Flore Pardo, Anwältin der Klägerin, erklärte, dass die vorhandenen Beweismittel eindeutig auf eine Vergewaltigung hindeuten und die Entscheidung des Gerichts daher vollkommen gerechtfertigt sei. Sie betonte, dass die Anhörung der Zeugin und die Berücksichtigung ihrer Erfahrungen für andere Frauen, die Opfer sexueller Gewalt geworden sind, von großer Bedeutung seien.
Die Vorwürfe kamen zu einem ungünstigen Zeitpunkt für Hakimi: kurz vor dem Champions-League-Finale und seinem Wechsel in die USA. Nun muss er sich vor Gericht verantworten und seine Unschuld beweisen. Die Augen der Welt sind auf ihn gerichtet, während der Prozess seine Karriere und sein Ansehen nachhaltig beeinflussen könnte. Die Wahrheit wird im Gerichtssaal ans Licht kommen müssen.
