Mumbrú jongliert: nationalteam und euroleague – passt das?

Ein Wechselbad der Gefühle für den deutschen Basketball: Àlex Mumbrú, der Mann, der die Nationalmannschaft zur EM-Siegertitel führte, übernimmt ab der kommenden Saison zusätzlich das Ruder bei EuroLeague-Klub Virtus Bologna. Ein Coup für den Verein, eine Herausforderung für den Coach – und eine Frage für den Deutschen Basketball Bund (DBB): Kann er beides unter einen Hut bringen?

Die doppelrolle: nationalteam und italienischer spitzenklub

Die doppelrolle: nationalteam und italienischer spitzenklub

Die Nachricht sorgte für Aufsehen: Mumbrú, der im April noch als Klub-Trainer bei Valencia Basket wirkte, wird nun in Italien antreten und gleichzeitig Bundestrainer bleiben. Der DBB hat dem Engagement grünes Licht gegeben, anders als noch bei seinem Vorgänger Gordon Herbert, dessen Parallelprojekt beim französischen Klub Asvel Lyon-Villeurbanne verhindert wurde. Ingo Weiss, Präsident des DBB, betonte, dass die Nationalmannschaft für Mumbrú weiterhin höchste Priorität habe und die Qualifikationsspiele für die Weltmeisterschaft 2027 in Katar von zentraler Bedeutung seien. „Er wird uns auch weiterhin mit großer Begeisterung und mit vollem Einsatz zur Verfügung stehen“, so Weiss.

Doch die Frage bleibt: Wie wird Mumbrú die Belastung verkraften? Virtus Bologna ist ein ambitionierter Klub mit hohen Erwartungen, und der Druck in der EuroLeague ist enorm. Gleichzeitig steht die Nationalmannschaft vor wichtigen Qualifikationsspielen. Die Balance zu finden, wird eine Gratwanderübung.

Mumbrú selbst zeigte sich dankbar für die Chance, einen Euroligisten zu trainieren. „Das ist nicht selbstverständlich und zeugt von unserem sehr guten Verhältnis zum DBB“, erklärte er. Sein Fokus liege nun auf den kommenden Qualifikationsfenstern, betonte er, und versicherte, dass er seine Aufgabe als Bundestrainer mit vollem Herzen erfüllen werde. Die Marca, die spanische Sporttageszeitung, hatte bereits über die bevorstehende Einigung berichtet, was die Gerüchte um die Doppelrolle befeuerte.

Die Trennung von Dusko Ivanovic bei Virtus Bologna im März hatte die Suche nach einem neuen Trainer beschleunigt. Nenad Jakovljevic war nur Interimslösung, und nun soll Mumbrú frischen Wind in die Mannschaft bringen. Ob er dabei die gleichen Erfolge feiern kann wie mit der Nationalmannschaft, bleibt abzuwarten.

Die Entscheidung des DBB, Mumbrús Engagement nicht zu untersagen, ist ein klares Zeichen des Vertrauens in den Coach. Es zeigt, dass der Verband bereit ist, Risiken einzugehen, um weiterhin Top-Talente an die Nationalmannschaft zu binden. Aber es birgt auch die Gefahr, dass die Doppelbelastung dem Bundestrainer zusetzt und die Leistungen des Teams beeinträchtigt werden. Die kommenden Monate werden zeigen, ob diese Wette aufgeht.