Mumbrú nimmt zwangsarbeit an: bundestrainer leitet nun auch virtus bologna!
Ein überraschender Schachzug im europäischen Basketball: Àlex Mumbrú, der Bundestrainer, wird parallel zur Nationalmannschaft auch das Zepter bei Virtus Bologna übernehmen. Der italienische EuroLeague-Klub und der Deutsche Basketball Bund (DBB) bestätigten die Verpflichtung am Freitag – eine Doppelrolle, die für Aufsehen sorgt.

Ein balanceakt zwischen nationalteam und verein
Der 47-jährige Mumbrú erhält in Bologna einen Vertrag über zwei Jahre. Der DBB beteuert, dass die Aufgabe bei Virtus Bologna keinen Einfluss auf seine Arbeit mit der Nationalmannschaft haben soll. DBB-Präsident Ingo Weiss zeigte sich zufrieden: „Für Bundestrainer Mumbrú hat die Nationalmannschaft weiterhin höchste Priorität. Die kommenden Qualifikationsfenster sind für ihn von enormer Bedeutung.“
Mumbrú selbst betonte, dass er dem DBB dankbar sei für die Chance, als Head Coach in der EuroLeague zu arbeiten. „Das ist nicht selbstverständlich und zeugt von unserem sehr guten Verhältnis“, so der Spanier, der sich nun auf die bevorstehenden WM-Qualifikationsspiele konzentriert. Die Sporttageszeitung Marca hatte bereits von einer bevorstehenden Einigung berichtet.
Bologna war auf der Suche nach einem Nachfolger für Dusko Ivanovic, nachdem dieser Ende März entlassen wurde. Nenad Jakovljevic vertrat ihn interimistisch. Mumbrú, der zuvor den spanischen Verein Valencia Basket trainierte, beerbte Gordon Herbert im November 2023 als Bundestrainer und führte das Nationalteam zum EM-Titel 2025. Ein Wechsel, der Fragen aufwirft: Kann Mumbrú die Anforderungen beider Posten vereinbaren, ohne dass die Leistungen des Nationalteams darunter leiden?
Die Entscheidung des DBB, Mumbrús Doppelrolle zu erlauben, steht im Gegensatz zu früheren Veto-Entscheidungen. So hatte der Verband dem Kanadier Walter Hodge zuvor die parallele Tätigkeit beim französischen EuroLeague-Klub Asvel Lyon-Villeurbanne untersagt. Ob sich diese Strategie langfristig als erfolgreich erweist, bleibt abzuwarten. Die Fans des deutschen Basketballs hoffen dennoch, dass Mumbrús Engagement in Bologna nicht die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Paris beeinträchtigt.
Die Zahl spricht für sich: Virtus Bologna gehört aktuell zu den Top-Teams der EuroLeague, und Mumbrús Erfahrung und taktisches Geschick könnten dem Verein zu weiteren Erfolgen verhelfen. Ob er gleichzeitig das Nationalteam zu neuen Höhen führen kann, wird die kommende Saison zeigen. Die Herausforderung ist immens, die Erwartungen hoch.
