Hächler feiert europacup-triumph – und blickt fokussiert nach vorne

Schladming bebt, und Lenz Hächler ist der Mann des Augenblicks! Der junge Innerschweizer hat sich mit dem Gesamtsieg im Europacup nicht nur ein Ticket für die Weltcup-Saison 2026 gesichert, sondern auch bewiesen, dass er zu den aufstrebenden Stars des alpinen Skisports gehört. Doch statt sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen, plant Hächler bereits den nächsten Angriff auf die Weltspitze.

Die achterbahnfahrt zum champion

Der Weg zum Europacup-Titel war alles andere als geradlinig. Nach einem holprigen Saisonstart, der von Verletzungen und technischen Problemen überschattet wurde, bewies Hächler im Finale in Schladming ungeheure mentale Stärke und holte sich den Sieg. „Ich war mit den Jungs in der Tenne-Bar und habe angestossen. Es war einfach ein schöner Abend“, blickt der 22-Jährige bescheiden zurück – eine Feier, die angesichts der harten Arbeit und der Überwindung zahlreicher Hindernisse mehr als verdient war.

Der schatten des odermatt-vergleichs

Der schatten des odermatt-vergleichs

Seit Jahren wird Lenz Hächler in der Schweiz oft mit Marco Odermatt verglichen, dem aktuellen Superstar des Skisports. Ein Vergleich, den der junge Athlet zwar akzeptiert, aber gleichzeitig klar zurückweist. „Marco ist Marco, ich bin Lenz. Wer sich auskennt, weiss, dass der Vergleich hinkt“, stellt Hächler unmissverständlich klar. Er schätzt Odermatt als Teamkollegen, räumt aber ein, dass der immense Erwartungsdruck ihn gelegentlich belastet hat. „Wenn es nicht läuft, fängt es im Kopf an zu arbeiten.“

Verkorkste vorbereitung und schuh-wechsel

Verkorkste vorbereitung und schuh-wechsel

Die schwachen Ergebnisse im Weltcup, abgesehen vom 19. Platz in Beaver Creek, führt Hächler vor allem auf eine verkorkste Vorbereitung zurück. Ein Mountainbike-Sturz mit Hirnblutung im Juni und ein Bänderriss im Fuß im August kosteten ihm wertvolle Schneetage. „Ich startete mit so gut wie keinen Skitagen in Sölden – da überrascht es nicht, dass ich ausschied.“ Ein Wechsel beim Schuh-Set-up brachte dann aber die notwendige Stabilität zurück. Die kleinen Dinge, die oft den Unterschied machen.

Fokus auf riesenslalom und speed

Für die kommende Saison hat sich Hächler klare Ziele gesetzt. Trotz des Fixplatzes in allen Disziplinen wird er selektiv vorgehen. Der Slalom wird aufgrund anhaltender Schienbeinprobleme vorerst außen vor bleiben. Der Fokus liegt auf dem Riesenslalom, seiner „Basis“, und den Speed-Wettbewerben. „Sie könnten mir besser liegen, weil sie technisch anspruchsvoller sind als im Europacup“, so Hächler. Das klingt nach einer spannenden Entwicklung.

Der traum vom gesamtweltcup

Der große Traum bleibt der Gesamtweltcup, doch Hächler weiß, dass der Weg dorthin über Konstanz und kluge Planung führt. „Ich habe gelernt: Weniger ist mehr“, sagt der 22-Jährige, der sich selbst als Freigeist bezeichnet, aber im Teamgefüge seine größte Stärke sieht. Ein Sieg im legendären Riesenslalom von Alta Badia steht ganz oben auf seiner Wunschliste – es wäre der endgültige Beweis, dass Lenz Hächler bereit ist, seine eigene Geschichte zu schreiben. Und wer weiß, vielleicht ist es ja nur eine Frage der Zeit, bis wir den Namen Hächler auch ganz oben auf dem Weltcup-Podest lesen.