Gyökeres zertrümmert lewandowskis traum – schweden jubelt in letzter sekunde

Der Knall kam in der 89. Minute, das Stadion erbebte. Viktor Gyökeres schob zum 3:2 ein, Robert Lewandowski starrte ins Leere, und 50.000 Schweden sangen sich heiser. Damit ist Polens Kapitän nicht nur in Solna gescheitert, sondern auch in Katar 2022: Er verpasst seine dritte WM – und vielleicht die letzte.

Die Szene war Programm: Anthony Elanga hatte mit einem Traumtor aus 22 Metern das 1:0 eröffnet, Yasin Ayari hatte den Ball mit der Hacke serviert. Polen antwortete durch Nicola Zalewski, Schweden wieder durch Gustaf Lagerbielkes Kopfball. Karol Swiderski glich erneut aus, doch Gyökeres hatte das letzte Wort. Drei Tage nach seinem Hattrick gegen die Ukraine schoss er Schweden in die Gruppe F – zu den Niederlanden, Japan und Tunesien.

Deutsche liga liefert den kern des blågult

Mattias Svanberg lenkt Wolfsburgs Mittelfeld, Hugo Larsson lenkt Frankfurts Spiel, Daniel Svensson lenkt Dortmunds rechte Seite. Die Bundesliga ist zum schwedischen Rekrutierungsbüro geworden, und Janne Andersson nutzt sie gnadenlos. Die Drei bilden das Rückgrat, das Polens Mittelfeld zerlegte – und das Lewandowski, 37, isolierte wie einen Schachkönig ohne Figuren.

Die Statistik lügt nicht: Schweden trifft in Amerika zum 13. Mal, Polen wartet seit 1986 auf ein Erreichen ohne Lewandowski. Die 2:3-Niederlage ist das erste Mal seit 1974, dass Polen ein Playoff-Endspiel verliert. Die Zahl 89 steht für Gyökeres' Tor, aber auch für die Minuten, in denen Polens Abwehr erstmals in diesem Quali-Zyklus zwei späte Gegentore kassierte.

Lewandowskis letzter tanz endet vor dem vorhang

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Er lief 94 Mal an, sprintete 10,3 km, doch die tiefe Post war verbarrikadiert. Gyökeres dagegen kam als Joker, hatte nur 17 Ballkontakte und schoss den Ball dennoch ins Tor. Die Ironie: Der Arsenal-Stürmer hatte vor zwei Jahren noch in Polen gelehnt, dass er nie ein Playoff-Held werden würde. Jetzt hält er das Ticket, Lewandowski nur noch die Erinnerung an Katar.

Für Schweden beginnt der Countdown auf 48 Tage bis zum Eröffnungsspiel in Los Angeles. Für Polen beginnt die Frage, wer nach Lewandowski kommt. Die Antwort liegt in Solna – und sie lautet: niemand, der jetzt schon bereit ist.