Gwd minden stolpert über sich selbst – wetzlar entführt zwei punkze aus der schücoarena

Ein Schlag ins Kontor für GWD Minden: Die Ostwestfalen drehten am Samstagabend eigenhändig eine 15:11-Pausenführung gegen die HSG Wetzlar in eine 31:33-Niederlage. Der Dress Rehearsal für den Abstiegskampf endete mit einem blutigen Knie und zwei verlorenen Punkten – der Vorsprung auf die rote Zone schrumpft auf zwei Zähler.

Philipp vorliceks 11:6 war noch kein freifahrtschein

18 Minuten lang lief alles wie am Schnürchen. Karolis Antanavičius und Ian Weber blockten, Malte Semisch parierte, und Vorlicek netzte zum 11:6 ein. Dann kam der Knacks: zwei Zeitstrafen, die GWD-Deckung rückte auseinander, Wetzlar schlich sich heran. Halbzeit 15:11 – noch sah die Welt nach Play-off-Anwärter aus.

Doch wer dachte, Minden würde die zweite Hälfte durchboxen, lernte das Handball-Gesetz von Momentum neu. Stefan Čavor glich zum 20:20 aus, Alexander Weck vergab einen Siebenmeter, und plötzlich lagen die Hausherren 26:27 zurück. Die SchücoArena verstummte, der Tabellenletzte jubelte.

Die zahlen, die weh tun

Die zahlen, die weh tun

7 Tore steuerte Weck trotz des verpatzten Penalty bei, 6 Vorlicek – doch die Quote von 56 % im Abschluss reichte nicht, um die 18 Gegentore in den letzten 30 Minuten zu kompensieren. Wetzlar dagegen traf 12 von 20 aus dem Kreis, nutzte jede Lücke, die Mindens Umstellungsfehler boten. Die Statistik lügt nicht: 33 Gegentore gegen das Schlusslicht sind eine Kampfansage an die eigene Defensivphilosophie.

Trainer Günter Kasten schlug nach Abpfiff die Hände über dem Kopf zusammen: „Wir haben die zweite Halbzeit weggeworfen, nicht nur den Ball.“ Die Botschaft war klar: Wer sich selbst entzaubert, braucht sich nicht zu wundern, wenn der Gegner plötzlich bärenstark wirkt.

Blick nach vorn: flensburg wartet

Blick nach vorn: flensburg wartet

In dreizehn Tagen geht’s zum Spitzenteam SG Flensburg-Handewitt. Die letzte Reise an die Förde endete mit einer 24:35-Klatsche. Sollte Minden diesmal nicht umschalten, droht der Blick auf die Tabelle endgültig in tiefe schwarze Zahlen zu rutschen. Die Uhr tickt – und sie tickt laut.

Die Lektion von Samstag: In der HBL zählt kein Vorlauf, nur das Endergebnis. GWD Minden hat sich selbst ans Bein geschossen – und muss nun mit Krücken nach Schleswig-Holstein reisen.