Gutlevskis friert die ice tigers ein: bremerhaven startet playoff-traum mit 4:0-kantersieg
Kristers Gutlevskis verwandelte die Eisfläche in eine Ein-Mann-Festung. Mit 37 Schlägen bügelte der lettische Torhüter jeden Nürnberger Hoffnungsschimmer ab und schleuderte die Fischtown Pinguins mit einem 4:0-Sieg in die zweite Playoff-Runde. Die Ice Tigers? Sie schlichen mit hängenden Köpfen in die Kabine – ein Traum zerbarst in 60 Minuten.
Gutlevskis' monster-paraden lassen nürnberg verzweifeln
Was im ersten Drittel noch nach ausgeglichenem Kräftemessen aussah, entpuppte sich nach der ersten Pause als Gutlevskis-Show. Zweimal Yasin Ehliz, einmal Zach Boychuk – allein in der 28. Minute hätte die Partie kippen können. Doch der 29-Jährige war überall: Mit dem rechten Pfostenrekord, mit der Fanghand, mit dem Schienbein. Die Tribüne brüllte „Gut-levs-kis!“ im Dreivierteltakt, während Nürnbergs Sturmreihen immer verzweifelter wurden.
Die Statistik lügt nicht: 37 Saves bei 37 Schüssen, elf davon aus hochkarätigen Chancen. Das ist keine Torwartleistung – das ist ein Statement. „Er war der Unterschied zwischen 0:2 und 4:0“, sagte Nürnbergs Trainer Mike Stewart nach dem Spiel mit zitternder Stimme. „Wir haben alles gemacht, außer ein Tor. Und das reicht nicht in der DEL.“

Bremerhavens offensive nutzt jede unachtsamkeit
Während Gutlevskis hinten den Kasten sauber hielt, schalteten die Pinguins vorne blitzschnell um. Das 1:0 fiel nach einem Nürnberger Stellungsfehler in der neutralen Zone – ein Pass, ein Schlenzer, Tor. Das 2:0 war ein Abpraller vom eigenen Schlittschuh eines Ice-Tiger-Verteidigers. Pech? Vielleicht. Aber wer 37 Schüsse braucht, darf sich über Schicksalsschläge nicht wundern.
Mit dem 3:0 nach 47 Minuten war die Partie gelaufen. Die Ice Tigers warfen alles nach vorne, riskierten das vierte Gegentor – und kassierten es prompt in letzter Sekunde ins leere Tor. 4:0. Ein Ergebnis, das die Serie auf 1:0 stellt, aber Nürnbergs Selbstvertrauen bis auf die Knochen erschüttert.
Die Zahme Sau ist aktuell ein lahmer Tiger. Ohne ihre Topscorer in Form, ohne die nötige Cleverness vor dem Tor. Und mit einem Torwart, der zwar solide parierte, aber keine Weltklasse-Momente wie Gutlevskis zustande brachte. Das nächste Spiel findet am Freitag in Nürnberg statt. Die Ice Tigers müssen gewinnen – sonst droht die Vorentscheidung.
Für Bremerhaven ist der Traum vom Halbfinale plötzlich greifbar. Und für Gutlevskis? Der Lette wurde nach dem Spiel von Teamkollegen mit Wasser überschüttet – eine traditionelle Eishockey-Taufe für den Held des Abends. „Ich habe nur meinen Job gemacht“, sagte er bescheiden. Aber seine Augen funkelten. Er weiß: Ein Torwart kann eine Serie drehen. Und er hat gerade bewiesen, wie das geht.
