Gummersbach: sigurdsson-verlängerung – jetzt muss gehandelt werden!
Der VfL Gummersbach ist auf dem Weg zurück an die Spitze des deutschen Handballs. Ein entscheidender Faktor dabei ist Gudjon Valur Sigurdsson. Doch der isländische Erfolgstrainer könnte bald das Interesse größerer europäischer Vereine auf sich ziehen – und Gummersbach muss jetzt handeln, um ihn zu halten.

Die ruhige hand, die gummersbach formt
Es gibt Trainer, die mit lauten Versprechen kommen und gehen. Gudjon Valur Sigurdsson, liebevoll „Goggi“ genannt, ist anders. Er ist der Mann der Taten, der im Kraftraum steht, wenn andere bereits Feierabend haben. Seine Art zu arbeiten, seine Beharrlichkeit und sein Anspruch an Professionalität ziehen sich wie ein roter Faden durch den gesamten Verein. Er verkörpert die Werte, die Gummersbach wieder zu einem ernstzunehmenden Gegner machen.
Christoph Schindler hat mit kluger Kaderplanung und wirtschaftlicher Geduld den Grundstein für den Aufstieg gelegt. Doch Sigurdsson ist der Architekt, der aus den Rohbauteilen ein beeindruckendes Gebäude formt. Er hat aus Talenten zuverlässige Spieler gemacht, aus einem Traditionsverein ein sportliches Projekt und aus einer Handballstadt eine Gemeinschaft, die wieder an sich selbst glaubt.
Die Gefahr lauert im Erfolg: Der VfL Gummersbach ist wieder relevant. Gespräche über Europa sind keine Utopie mehr, die Entwicklung der Mannschaft ist beeindruckend. Doch genau dieser Erfolg macht die Situation gefährlich. Denn im Profisport ist Erfolg selten Privatsache. Wer gute Arbeit leistet, wird gesehen – und wer in Gummersbach mit begrenzten Mitteln einen Klub in Richtung Spitze führt, wird zwangsläufig auf den Zettel von Vereinen mit deutlich größeren Budgets landen.
Kielce, Veszprem, THW Kiel – die Namen sind bereits im Umlauf. Und auch wenn Sigurdsson noch bis 2027 Vertrag hat, sollten sich die Verantwortlichen in Gummersbach nicht auf diesen langen Zeitraum verlassen. Im Profifußball werden Kader und Trainerfragen langfristig geplant. Wer wirklich interessant ist, wird nicht erst kontaktiert, wenn der Vertrag ausläuft. Das wäre ein fataler Fehler.
Es geht nicht nur um die sportliche Führung. Sigurdssons Verlängerung wäre ein wichtiges Signal an die Mannschaft, an die Sponsoren und an die Fans. Ein Zeichen dafür, dass der eingeschlagene Weg fortgesetzt wird, dass hier etwas Großes entsteht, das nicht beim ersten Windstoß auseinanderfällt. Seine ruhige und besonnene Art macht ihn zu einem Sympathieträger, der den Verein verkörpert und ihn besser macht.
Gummersbach hatte früher viele große Namen. Heute hat der VfL wieder einen großen Trainer. Aber dieser Name wirkt nicht wie Nostalgie, er wirkt wie Zukunft. Eine Zukunft, die es zu verteidigen gilt – bevor andere anrufen.
Die Zeichen stehen gut, Schindler hat die Wichtigkeit einer Verlängerung öffentlich betont. Doch Taten sprechen lauter als Worte. Es ist Zeit, die Unterschrift zu holen und Sigurdsson mit einer Hantelscheibe ans Bein zu binden – denn ein handballtaktisches Schwergewicht wie Gudjon Valur Sigurdsson sollte Gummersbach nicht einfach weglaufen lassen.
