Gummersbach erlebt handball-wunder: brand schwärmt von „bester mannschaft seit jahrzehnten“

Die Schwalbe-Arena bebt! Der VfL Gummersbach, einst glorreiche Zeiten erlebend, klettert in der Handball-Bundesliga förmlich an die Spitze und lässt Vereinsikone Heiner Brand jubeln. Nach Jahren des Kampfes scheint der Aufstieg des „Bundesliga-Dinos“ nun endlich Früchte zu tragen – mit einem Zuschauerboom und dem Duft der Champions League.

Ein derby-sieg als beweis für den aufschwung

Ein derby-sieg als beweis für den aufschwung

Der jüngste 39:30-Erfolg im Derby gegen den Bergischen HC war bereits der neunte Sieg in Serie für den mit deutschen Nationalspielern gespickten Kader. Doch dieser Triumph ist mehr als nur ein sportlicher Erfolg; er ist ein Zeichen der Hoffnung für eine Stadt, die lange Zeit mit dem Niedergang ihres traditionsreichen Vereins kämpfte.

Heiner Brand, der den VfL als Spieler und Trainer über drei Jahrzehnte prägte, zeigt sich begeistert. „Das ist die beste Gummersbacher Mannschaft seit Jahrzehnten“, schwärmt der 73-Jährige, der kaum ein Heimspiel verpasst. Seine Leidenschaft für den Verein ist unverkennbar: „Das ist der einzige Handball-Termin, den ich mir immer freihalte.“

Die glorreiche Vergangenheit und die vielversprechende Zukunft

Der VfL Gummersbach blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Als Gründungsmitglied der Bundesliga und erster deutscher Meister 1967, prägten die 1970er- und 1980er-Jahre mit Namen wie Brand und Joachim Deckarm eine goldene Ära. Doch nach sportlichen und wirtschaftlichen Talfahrten in den 90er-Jahren schien das Licht für den Verein lange erloschen. Der Abstieg 2019 war ein Schock, doch der anschließende Aufstieg – maßgeblich durch die Arbeit von Trainer Gudjon Valur Sigurdsson und Sportchef Christoph Schindler – markiert einen Wendepunkt.

Schindler, dessen Zukunft beim VfL „frühestens dann“ enden werde, „wenn wir endlich da sind, wo dieser Verein hingehört“, hat mit seiner strategischen Weitsicht den Grundstein für den aktuellen Erfolg gelegt. Die Tatsache, dass die Schwalbe-Arena zum 42. Mal in Folge ausverkauft ist, verdeutlicht die neue Euphorie in Gummersbach. Auch wenn die Halle mit rund 4.100 Zuschauern kleiner ist als die mancher Konkurrenten, so sprechen die Zahlen dennoch eine deutliche Sprache.

Die Möglichkeit, sich über die Liga für die Champions League zu qualifizieren, könnte für den VfL eine historische Chance sein. „In diesem Zuge wird auch der Bundesliga die Möglichkeit eingeräumt, bis zu drei Mannschaften zu melden“, erklärt Liga-Chef Frank Bohmann. Der VfL, derzeit auf dem vierten Platz, könnte davon profitieren und den Sprung auf die europäische Bühne schaffen.

Mit Nationalspielern wie Julian Köster (der allerdings in der kommenden Saison zum THW Kiel wechselt), Miro Schluroff und Tom Kiesler, die aktuell den Kader verstärken, sowie dem jungen Talent Mathis Häseler, ist der VfL bestens aufgestellt. Der Neuzugang Alex Dujshebaev, ein spanischer Handball-Star, wird das Team ab der kommenden Saison zusätzlich verstärken. Die Zukunft des VfL Gummersbach ist rosiger denn je. Der Verein ist bereit für die nächste Stufe – die Champions League.