20-Millionen-mann verrutscht: bouanani droht der nächste stuttgarter bankplatz

Badredine Bouanani kostete 20 Millionen Euro – und wird gerade zum teuersten Zuschauer der Bundesliga. Elf Spiele, 64 Minuten, kein Tor seit Oktober. Die Quittung für diese Zahlen liefert Sebastian Hoeneß mit einem Satz, der wehtut: „Er hat einen überragenden Abschluss, kommt aber zu selten in diese Situationen.“

Der körper zittert, der kopf läuft

Was in Nizza noch wie ein Coup aussah, wirkt in Stuttgart nach vier Monaten wie ein Schnäppchen, das zur Kostenfalle wird. Bouanani ist technisch sauber, aber physisch noch ein Junior. Leweling wirft ihn aus der Rotation, El Khannouss lässt ihn alt aussehen, und selbst Tiago Tomas, der vor der Winterpause noch zweite Wahl war, rückt vorbei. Die Folge: achtmal nicht mal im Kader. Die WM in den USA? Ein Traum, der sich in Luft auflöst, sobald algerische Scouts den Stuttgarter Kader runterscrollen.

Intern hält man die Fassade. „Jeder Transfer braucht Zeit“, sagt Sportdirektor Sven Mislintat im kleinen Kreis. Der Satz klingt nach Standard, ist aber ein Schulterschluss mit dem Franzosen, der sich in der Kabine nicht beschwert, aber auch nicht laut wird. Bouanani trainiert nach wie vor als Erster auf dem Platz, lässt sich vom Athletikcoach zusätzlich Kraftpakete verpassen. Die Frage ist nur: wie lange kann ein Klub, der sich gerade Champions-League-Träume leistet, einen 20-Millionen-Euro-Joker auf Abruf bezahlen?

Hendriks als blaupause – aber mit anderen muskeln

Hendriks als blaupause – aber mit anderen muskeln

Ramon Hendriks war vor einem Jahr noch B-Team, heute A-Elf. Der Niederländer durchboxt sich mit Zweikampfquote und Kopfballrudel. Genau diese Punkte stehen bei Bouanani in der Defizit-Spalte. Hoeneß verlangt „konstante Präsenz“, spricht aus, was alle sehen: den entscheidenden Meter fehlt, der zwischen Talent und Bundesliga-Tempo liegt. Wenn er gegen Leverkusen in der 89. Minute eingewechselt wird, ist das kein Signal des Vertrauens, sondern ein Notnagel für die letzte Attacke. Dort bleibt er blass, Ballverlust, anschließend Sprint zurück – und wieder sitzt er.

Die Lösung kann ein Sommer-Leihgeschäft sein, doch der VfB will die Ablöse nicht abschreiben. Also bleibt die dritte Variante: Bouanani muss sich selbst zu neuen Muskeln quälen, bevor der Klub neue Flügelzutaten kauft. 20 Millionen Euro sind kein Preisschild, das man einfach in der Umkleide liegen lässt – aber sie sind auch keine Garantie für Spielzeit. In Stuttgart zählt nur, wer jetzt liefert. Bouanani hat noch acht Spiele, um den Beweis zu erbringen. Danach entscheidet sich, ob er Teil der Lösung wird oder zum teuersten Lehrgeld der Saison verkommt.