Guerreiro verlässt bayern: benfica wirft erste angel aus

Raphaël Guerreiro muss gehen. Drei Jahre nach seinem ablösefreien Wechsel von Borussia Dortmund an die Säbener Straße erhält der 32-jährige Portugiese kein neues Angebot. Die Verkündung kam am Montag mit dem Charme einer Kaltmiete: kurz, sachlich, Ende. Doch während München das Kapitel abhakt, beginnt in Lissabon schon die nächste Geschichte.

Benfica plant heimkehr ohne heimspiel

Benfica plant heimkehr ohne heimspiel

Laut portugiesischer „Record“ hat der Rekordmeister die Fühler ausgestreckt. Kein Wink mit dem Zaunpfahl, sondern konkrete Gespräche mit Berater und Spieler. Der Clou: Guerreiro hat trotz 62 Länderspielen für Portugal noch nie in der heimischen Liga gespielt. Geboren in Paris, ausgebildet in Caen, durch Deutschland geprügelt – jetzt also erstmals Primeira Liga? Die Logik ist weniger romantisch als ökonomisch. Benfica sucht einen erfahrenen Linksverteidiger, der zugleich im Mittelfeld wirbeln kann. Guerreiro sucht einen Klub, der ihn noch sieht. Die Chemie stimmt, das Timing auch.

Bayern intern war die Entscheidung längst gefallen. Thomas Tuchel, einst sein größter Fürsprecher, schwieg zuletzt, als Guerreiro nur noch Joker-Rollen erhielt. 63 Pflichtspiele, zwölf Tore – Statistiken, die keinen Vertrag verlängern. Max Eberl dankt höflich: „Auf Rapha war immer Verlass.“ Das klingt nach Absolution, ist aber nur die Formsache des Scheiterns.

Der Spieler selbst schweigt öffentlich, doch das Umfeld verrät: Er ist heiß auf Lissabon. Die Familie, die Sprache, das Klima – alles kein Neuland, nur das Stadion. Ein Wechsel nach Benfica würde nicht nur seine Karriere komplettieren, sondern auch den Kreis schließen: vom französischen Nachwuchs zum deutschen Pokalsieger, vom deutschen Meister zum portugiesischen Topklub. Wer behauptet, Fußballer würden nur fürs Geld spielen, sollte sich diesen Sommer Lissabon anschauen.

Für Bayern bleibt ein klassischer Schnitt: teuer geholt, wenig genutzt, kostenlos abgegeben. Drei Jahre, zwei Trainer, ein Pokal. Die Bilanz ist das Spiegelbild einer Transferstrategie, die Spieler holt, weil sie verfügbar sind – nicht weil sie passen. Guerreiro geht, das nächste Projekt wartet. In München wie in Lissabon.