Egemen korkmaz bricht auf der seitenlinie zusammen – u21-em-quali wird abgepfiffen

Ein Schock, der die Beine wegzieht. In der 36. Minute des EM-Qualifikationsspiels zwischen Kroatien und der Türkei sackt Egemen Korkmaz, 43, Türkei-U21-Coach und einst 25-maliger A-Nationalspieler, leblos neben dem Rasen zusammen. Die Partie steht 0:0, doch das Ergebnis verliert sofort jede Bedeutung. Schiedsrichter Lukas Fähndrich pfeift sofort ab, schickt 22 Teenager in die Kabine und öffnet den Platz für Sanitäter.

Die sekunden des zusammenbruchs

Zeugenberichte aus dem türkischen TV-Kreis beschreiben eine kurze, hektische Szene: Korkmaz hadert mit der Gelb-Roten Karte für Demir Ege Tiknaz, zieht wutentbrannt seine Trainingsjacke aus – und bricht. Kein Schlag, kein Fremdkörper, einfach ein Körper, der sich abschaltet. Die Stadion-Sprechanlage fordert sofort „clear the touchline“, Sekunden später klingelt der Notarztwagen schon auf dem Rundweg hinter dem Tor. Die Kroaten starren versteinert, einige türkische Spieler vergraben das Gesicht in den Händen.

Die FIFA-Match-Regel ist klar: Medizinischer Notfall auf dem Spielfeld oder an der Seitenlinie – Spielunterbrechung bis auf Weiteres. Die Delegierten verhandeln mit den Teamärzten, die Uhr bleibt bei 36:12 stehen. Erst als Korkmaz stabilisiert und mit Sauerstoff versorgt in die Klinik Split gefahren wird, beginnt die Diskussion über ein mögliches Wiederanpfiff. Doch die Stimmung ist weg.

Was über das schweigen der verbände hinaus bekannt ist

Was über das schweigen der verbände hinaus bekannt ist

Weder das türkische FA noch der kroatische Verband liefern bis tief in die Nacht eine Diagnose. „Er ist bei Bewusstsein, das ist alles, was wir bestätigen“, heißt es lapidar aus Istanbul. Intern sickert durch: Herzrythmusstörung, nicht der erste Fall in Korkmaz’ Familie. 2022 musste sein Bruder wegen derselben Symptome ein Schrittmacher-Implantat erhalten.

Die U21-EM ist für beide Teams kaum mehr als ein Nebenschauplatz. Die Türkei führt die Gruppe H mit neun Punkten an, Kroatien folgt mit sechs. Doch Punktezähler interessieren im Bus der Gäste niemanden. Kapitän Bartuğ Elmaz twittert noch aus der Kabine: „Wir warten auf gute Nachrichten, alles andere ist egal.“

Die Partie soll laut UEFA-Regularium innerhalb von 48 Stunden zu Ende gespielt werden, wobei das 0:0 fortgeschrieben wird. Doch selbst wenn der Ball wieder rollt, bleibt die Erkenntnis: Am Spielfeldrand können auch junge, fitsche Ex-Profis binnen Sekunden alt und verletzbar wirken. Egemen Korkmaz hat vor Jahren mit dem Kopf Tore geschossen – heute kämpfen Ärzte dafür, dass sein Kopf wieder klar denkt.