Greß trifft in letzter sekunde: elbflorenz rächt drama von lübeck mit 31:30
Sebastian Greß warf, als die Ampel schon blinkete. Der Kapitän des HC Elbflorenz schleuderte die Kugel aus 18 Metern, traf, und aus Lübeck wurde lautstarker Jubel in Dresdner Eskalation. 31:30 steht es, Sekunden später ist Schluss. Die Punkte reisen mit dem Bus, die Schockwelle bleibt in der Hansestadt hängen.
Das war mehr als zwei Zähler. Es war die Nachspielzeit für einen Skandal.
Das letzte mal liefen acht lübecker, diesmal zählt nur greß
Vor zwölf Monaten hatte der VfL den Sachsen mit einem regelwidrigen 8-gegen-7-Tor vier Sekunden vor Ende den Ausgleich geschenkt. Der Verband schritt nicht ein, die Wut in Dresden brodelte weiter. Montagabend wird sie abgelöst von hochverdienter Genugtuung. André Haber, krank auf dem Sofa, sieht den Monitor und schreit seine Heiserkeit hinein. Fabian Bergers-Metzner steht an der Bande, trampelt, wedelt, lebt.
Zwei Minuten vor Schluss wirkt alles gelaufen. Lübeck führt 30:28, Dresden kassiert eine Zeitstrafe gegen Seidler, die Uhr tickt unbarmherzig. Dann dreht der HC Elbflorenz auf wie eine Turbine. Preußner verkürzt per Sprungwurf, Greß gleicht mit Siebenmeter aus. 30:30, 52 Sekunden bleiben. Der VfL hat den Sieg auf dem Fuß – doch Nadav Cohen wartet im Kreis, der Pass kommt trotzdem. Technischer Fehler, Abwurf Dresden. Was folgt, ist purer Actionfilm.
Torwart Marino Mallwitz bekommt die Kugel, zögert keine Sekunde, warf noch nie einen Football – aber diesen Ball wirft er wie einen. 40 Meter fliegt die Linie, prallt genau in Greß’ Lauf. Der linksaußen rennt allein, zieht ab, trifft. Sirene. 31:30. Auswärtstribüne explodiert, Hausherren sinken auf die Hälse.

Punktgleich mit balingen – aufstiegsrennen bleibt offen
Dresden springt auf Rang drei, hat 24:10 Punkte und damit dieselbe Ausbeute wie Tabellenzweite Balingen. Die HBL rückt näher, das Restprogramm verspricht Spannung bis zur letzten Pattsituation. Greß’ Kommentar bei Dyn klingt wie gelebte Erfahrung: „Wir hatten diese Saison schon öfter solche Situationen und wissen, dass es manchmal glücklich für uns ausgeht.“
Trainer Haber wird am Mittwoch zurück auf der Bank erwartet – mit einem Lächeln, das ihm die Mandelentzündung verscheucht haben dürfte. Wer solche Siege zieht, der spielt sich selbst in höhere Ligen. Die Tabelle spricht klare Sprache: Dresden ist drin im Rennen – und der VfL muss um die Play-downs bangen. Die Revanche ist komplett, der Kreis geschlossen. Nächstes Kapitel: Sonnabend in Eisenach.
