Grenier stürzt shiffrin ab: kanadierin jagt deutsches trio in hafjell
Die letzte Riesenslalom-Saison will sich nicht so einfach verabschieden. Mit Startnummer 15 riss Valérie Grenier die Bahn in Hafjell herunter, nagelte Sara Hector um zwei Hundertstel und stellte gleichzeitig Mikaela Shiffrin vor ein Rätsel: Die US-Amerikanerin liegtt nach dem ersten Durchgang auf Rang 17 – außerhalb der Punktezone.
Die Uhr stoppte bei 1:07,90 Minuten für die Kanadierin. Hector, bis dahin in Führung, musste sich mit 1:07,92 zufriedengeben. Dazwischen platzierte sich die 21-jährige Emma Aicher aus dem Allgäu als beste Deutsche auf Platz drei (+0,26 s). Die Österreicherin Julia Scheib, die den Kristall für die Disziplin längst eingepackt hat, folgt auf Position vier (+0,47 s).
Shiffrin droht abrutschen im gesamtklassement
Die 17. Position ist mehr als ein Ausrutscher. Sollte Shiffrin auch im Finale nicht unter die besten Fünfzehn fahren, könnte Aicher mit einem Sieg in der zweiten Laufzeit die Amerikanerin in der Gesamtwertung noch überholen. Die Entscheidung fällt um 12:30 Uhr, wenn die Torstangen erneut fallen.
Bei den italienischen Hoffnungen setzt Anna Trocker, erst 17 und Junioren-Weltmeisterin, ein Ausrufezeichen. Sie liegt auf Rang 12, nur 1,35 s hinter Grenier. Lara Colturi folgt als zweitbeste Azzurra auf Platz 11 (+1,28 s). Die restlichen Italienerinnen bleiben hinter den Erwartungen: Asja Zenere (16.), Sabrina della Mea (20.), Sofia Goggia (23.) und Marta Pirovano (25.) verpassten die Top-15.

Grenier nutzt späte startnummer als turbo
Die Piste in Hafjell war um 10 Uhr noch rauh, aber nicht rau genug, um Spätstarterinnen zu benachteiligen. Grenier nutzte die bereits eingefahrene Linie, um im unteren Drittel Tempo zu machen und Hector mit einer halben Skikante zu bezwingen. Die Schwedin konnte nur noch staunen, wie locker die Kanadierin die Kantenwechsel setzte.
Die Disziplin-Kristallkugel ist seit gestern an Julia Scheib vergeben. Die Salzburgerin dominierte die Saison mit zwei Siegen und fünf Podestplätzen – bis auf die Olympischen Spiele in Cortina, wo Federica Brignone die Goldmedaille holte. Scheib kann sich trotzdem nicht zurücklehnen: Ein Sturz oder ein Ausfall würde ihre Statistik trüben.
Die zweite Laufzeit verspricht ein offenes Rennen. Die Sonne steht hoch über Hafjell, der Schnee wird weicher. Wer zu spät dran ist, verliert Biss. Wer zu frisch hineinprescht, riskiert Fehler. Für Shiffrin gilt es, das Selbstvertrauen zurückzukämpfen. Für Aicher, die bisher nur einen Weltcup-Sieg auf dem Konto hat, winkt vielleicht die große Chance. Und für Grenier? Die kann einfach nur gewinnen – oder als erste Kanadierin den Gesamweltcup-Giganten aufstellen.
