Granollers und zeballos stoppen krajicek/mektic und greifen in rom nach dem dritten titel
Der Regen im Foro Italico konnte sie nicht bremsen: Marcel Granollers und Horacio Zeballos schlugen nach 2:14 Stunden die Titelverteidiger Nikola Mektic/Austin Krajicek mit 6-7 (10), 7-5, 10-2 und stehen im Finale des Masters 1000 von Rom. Damit buchten sie schon das dritte Endspiel auf römischer Erde – 2020 und 2024 gewannen sie, 2012 hatte Granollers mit Marc López triumphiert. Die Saison ohne Titel rückt in weite Ferne.
Ein match mit zwei regenpausen und einem befreienden super-tiebreak
Der Start war holprig. Die Kroate-US-Amerikaner kombiniieren schnelle Handgelenke mit unorthodoxen Winkeln, raubten den Ibero-Lateinamerikanern im ersten Satz jeglichen Rhythmus. Als das Tiebreak anstand, schüttete es erstmals – ein Unterbruch, der Granollers und Zeballos kurz durchatmen ließ. Doch der Satz ging dennoch verloren.
Im zweiten Durchgang schlichen sich Unsicherheiten bei Mektic/Krajicek ein. Die Returnquote der Spanier-Argentinier stieg auf 46 %, ein Break bei 6-5 genügte. Der zweite Regengang kurz vor dem Match-Tiebreak schien beiden Seiten zu helfen, aber nur auf dem Papier. Im Super-Tiebreak zeigte sich, wer die längere Atemluft besitzt: Granollers servierte zwei Winner aus dem Feld, Zeballos blockte einen Halbvolley so kurz, dass Krajicek ihn nur noch ins Netz stupste. 10-2 – ein Statement.

Die finalgegner kommen aus dem eigenen block
Im zweiten Halbfinale treffen Simone Bolelli und Andrea Vavassori auf Christian Harrison/Neal Skupski. Die Italiener haben das Publikum hinter sich, doch Granollers kennt jeden Zentimeter des Centrale. „Wir wissen, dass wir in Rom aufgehen wie Popcorn“, sagte er nach dem Halbfinale, „aber jetzt wollen wir den dritten Pokal mit nach Hause nehmen.“
Die Zahlen sprechen für das Duo: 28 Siege bei 33 Matches auf Sand in dieser Saison, eine durchschnittliche Tiebreak-Quote von 71 %. Doch die Trophäen fehlten – bis jetzt. Nach dem frühen Aus in Madrid, das Zeballos die Weltranglisten-Spitze kostete, war die Motivation riesig. In Melbourne, Indian Wells und Miami schrammten sie nur knapp am Titel vorbei. Rom könnte die Trendwende markieren.
Für Mektic und Krajicek bleibt die Erkenntnis, dass Titel nicht vererbbar sind. Die Kroate-US-Amerikaner hatten in den vergangenen 14 Monaten fünf Finals auf Sand gewonnen, doch gegen Granollers/Zeballos zerbrach ihre Serve-and-Volley-Mischung an präzisen Lobs und Passierschlägen. Der zweite Matchball war ein Volley, den Krajicek noch mit den Fingerspitzen berührte – aber im Aus landete.
Am Sonntag um 14 Uhr wird der neue Doppel-Champion von Rom gekürt. Für Granollers und Zeballos geht es nicht nur um 1000 Punkte und 188.000 Euro Preisgeld, sondern um die Bestätigung, dass ihre Saison doch noch in Gold aufgeht. Die Buchmacher sehen sie vorne – und das Publikum auch. Wer drei Mal ins Finale kommt, hat das Recht, zu gewinnen.
