Granada überlebt abstiegskampf mit haut und haaren – pacheta trotzt dem chaos
Der Sommer begann mit einer verzweifelten Bilanzprüfung: Kein Geld, keine Transfers, keine Perspektive. Statt auf dem Rasen trainierten die Verantwortlichen des Granada CF im Büro – und das Ergebnis war ein Kader, der sich anhörte wie ein Witz: sechs Abgänge, kein Cent Einnahme, dafür zwölf Neulinge, deren größte Erfahrung die Playstation war.
Pacheta musste mit aussteigern starten
Trainer Pacheta trat die Saison an mit Spielern, die bereits die Koffer gepackt hatten, während neue Leihgänge auf der Tribüne saßen, weil ihre Lizenzen noch nicht durchwaren. Ergebnis: vier Niederlagen in den ersten fünf Spielen – der schlechteste Start der Clubhistorie. Die rote Laterne war keine Warnung, sondern die neue Heimat.
Die Mannschaft taumelte monatelang durch die LaLiga Hypermotion, konnte nie mehr als zwei Siege hintereinander einfahren. Die Tabelle war ein Spiegelbild der Unordnung: Platz 19, 20, 18, wieder 20. Zwischen Oktober und Dezember retteten zwei knappe Heimsiege gegen Cádiz und Racing den Anschluss, danach folgte ein 0:4 in Almería, das selbst die Hardesten im Verein heiser machte.

Vier spiele ohne niederlage täuschten hoffnung
Mitte Februar schaffte das Team plötzlich vier Partien in Folge ohne Pleite. Die Twitter-Timer explodierten: „Playoff-Ticket?“ Die Realität war nüchterner: Die Serie reichte, um neun Punkte Vorsprung auf den Abstiegsplatz zu schaufeln – nicht mehr, nicht weniger. Danach kam der nächste Einbruch: fünf Niederlagen in sieben Spielen, darunter ein 0:3 zu Hause gegen Mirandés, bei dem das Publikum nach 70 Minuten die Flucht ergriff.
Die Rettung besorgte der Klub am vorletzten Spieltag mit einem 2:1 in Córdobaund einem glücklichen 1:0 gegen den Real Zaragoza, beide Kontrahenten stecken jetzt selbst im freien Fall. Der Klassenerhalt war besiegelt – mit dem Gesicht eines Boxers, der nach zwölf Runden noch steht, aber nicht mehr weiß, wie er nach Hause kommt.
Die Lektion: Ohne strukturierte Planung bleibt Granada ein Fahrstuhlklub. Die Verantwortlichen müssen entscheiden, ob sie künftig Sportpolitik betreiben oder weiterhin nur Brands löschen. Die Fans haben ihre Schmerzgrenze erreicht – wer nächste Saison wieder mit Leihgängen und Notlösungen wirbt, muss sich nicht wundern, wenn das Nuevo Los Cármenes leer bleibt.
