Gräfe zündelt: bayern-duo droht uefa-knast nach gelb-poker

Manuel Gräfe pflastert Joshua Kimmich und Michael Olise öffentlich ans Kreuz. Der Ex-Spitzenreferee sieht nur eine Mini-Chance, dass die beiden Bayern-Stars im Viertelfinale der Champions League dabei sein dürfen – und erklärt, warum die UEFA sie zur Rechenschaft ziehen muss.

Die sperre ist nur der anfang

Kimmich und Olise fassten sich beim 6:1 in Bergamo jeweils eine Gelbe Karte ein. Gelb wegen Zeitspiels, gelb ausgerechnet, nachdem der Kantersieg längst perfekt war. Weil beide vorher schon auf der Warnliste standen, fehlen sie im Rückspiel. Der Plan: frisch fürs Viertelfinale. Das Problem: Die UEFA verbietet genau dieses Kalkül.

Gräfe zitiert die Disziplinarordnung. Dort steht: „klare absichtliche Erlangung einer Gelben oder Roten Karte“ wird mit mindestens zwei zusätzlichen Spielen bestraft. Er nennt das Beispiel Sergio Ramos, der 2017 für genau diesen Trick zwei Spiele kassierte. „Warum sollte es jetzt anders sein?“, fragt Gräfe – und liefert die Antwort gleich mit: „Weil die UEFA vor der eigenen Attraktivität kneift.“

Kimmichs erklärung überzeugt nicht

Kimmichs erklärung überzeugt nicht

Kimmich behauptet, er habe keine Anspielstation gesehen. Gräfe lacht den Versuch aus. Der Ball lag bereit, Jonathan Tah stand frei. „Ein langer Ball wäre möglich gewesen, ein schneller Abschlag auch. Bei 6:0 ist Zeitspiel einfach nicht glaubwürdig.“ Der Video-Check wird kommen, da ist sich Gräfe sicher. „Und dann zählt nur die Bilderwahrheit.“

Laut L‘Equipe hat Referee Espen Eskas nichts Auffälliges vermerkt. Kein Hinweis auf Betrug, kein Bericht an die Ethikkommission. Doch Gräfe kennt die internen Gänge der UEFA. „Dort sitzen keine Amateure. Die wissen, was ablief.“

Die bayern-maschine läuft heiß

Die bayern-maschine läuft heiß

Intern herrscht trotzdem Optimismus. Sportvorstand Max Eberl ließ durchsickern, man rechne „mit keiner Extrastrafe“. Die Rechnung: Eskas‘ Schweigen plus fehlende Beweise plus wirtschaftliches Interesse der UEFA an Topstars. Gräfe kontert: „Wenn man Regeln nur dann anwendet, wenn sie bequem sind, hat man keine Regeln mehr, sondern ein Schweizer Käse voller Löcher.“

Die Entscheidung fällt am Freitag, wenn die UEFA das Ermittlungsverfahren offiziell eröffnet – oder einstellt. Sollte sie zuschlagen, verpasst Kimmich nicht nur das Achtelfinal-Rückspiel, sondern auch das Viertelfinale. Das wäre der erste große Knackpunkt der Vincent Kompany-Ära.

Die Bayern-Fans warten auf ein Signal. Die Spieler auf ein Wunder. Und Gräfe? Der wartet darauf, dass endlich wieder Recht gesprochen wird – nicht nur Business.