Gosau holt frauen-weltcup nach 34 jahren zurück nach oberösterreich

Der Countdown läuft: Am 28. Dezember 2026 steht Katharina Liensberger im Tor des Hornspitz-Riesenslaloms, und das Salzkammergut bebt. Gosau hat den Zuschlag für die Technik-Rennen der Damen ergattert – und schreibt damit nach 34 Jahren ein neues Kapitel für Oberösterreichs Skisport.

Der Österreichische Skiverband (ÖSV) bestätigte am Montag, dass Gosau die Traditionsstation Lienz beerbt. Die Entscheidung kommt nicht von ungefähr: Die Skiregion Dachstein West lieferte in den vergangenen Monaten ein Konzept ab, das selbst harte FIS-Kritiker überzeugte. 1.100 Höhenmeter, 100 % Schneesicherheit bis April, eine Zielarena mit 15.000 Zuschauerplätzen – das alles verspricht Spektakel pur.

Warum gosau, warum jetzt?

Warum gosau, warum jetzt?

Die Antwort steckt in einer Zahl: 1992. Seit dem letzten Damen-Weltcup in Hinterstoder ist mehr als eine Generation vergangen. „Wir haben ein Fels in der Brandung gesucht, nicht nur eine Ersatzlocation“, sagt ÖSV-Generalsekretär Christian Scherer. Mit Gosau bekommt die Technik-Elite eine Bahn, die 58 % Neigung in der Zielkurve hat – fast so steil wie Kitzbühel, aber 400 Meter länger. Das bedeutet: Fehler werden gnadenlos bestraft, Favoriten müssen Risiko gehen.

Für die ÖSV-Damen ist das ein Heimspiel mit Sonderstatus. Katharina Huber, die aus nur 70 Kilometern entfernten Hallstamm stammt, wird vor heimischem Publikum starten. „Ich kenne jede Schneekuppe am Hornspitz. Wenn da der Zuschauerwall brüllt, zieht mich das wie ein Seil den Hang hoch“, sagt sie. Ihre persönliche Statistik: drei Top-10-Platzierungen im Slalom, aber noch nie ein Podest auf österreichischer Piste. Gosau könnte die Rechnung ändern.

Die Organisatoren planen ein Winterfestival: Am 27. Dezember läuft ein Freestyle-Event parallel zur Rennpiste, lokale Brauereien bauen eine Eisbar aus 50 Tonnen Eis. Der Tourismusverband rechnet mit 25.000 Gästen und einem Umsatzplus von 18 Millionen Euro – allein über die Feiertage.

Doch es gibt auch Stimmen des Protests. Umweltvereine kritisieren den Bau einer Zubringerseilbahn durch ein Naturschutzgebiet. Die Antwort der Veranstalter: Eine mobile Lift-Konstruktion, die nach dem Rennen wieder abmontiert wird. Die FIS wird das Projekt im Oktober absegnen – dann ist endgültig klar, ob Gosau tatsächlich das Tor zur Zukunft des alpinen Frauenskisports öffnet.