23 Rote karten im brasilianischen pokalfinale: chaos in belo horizonte
Das Finale des Campeonato Mineiro zwischen Cruzeiro und Atlético Mineiro entgleiste völlig. In der Nachspielzeit kam es zu einer Massenschlägerei, die den Schiedsrichter dazu zwang, 23 rote Karten zu zeigen – ein brasilianischer Rekord.
Die Eskalation begann in der 93. Minute, als Atlético-Keeper Everson Cruzeiro-Stürmer Christian nach einem Zweikampf mit einem Schubser zu Boden warf und sich anschließend auf ihn kniete. Was folgte, war keine Fußballpartie mehr, sondern ein Krieg: Feld- und Ersatzspieler beider Teams stürmten das Feld, schlugen und traten aufeinander ein.
Die Militärpolizei musste eingreifen, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Schiedsrichter Delgado Candançan hatte auf dem Platz zunächst keine Karten mehr gezeigt – das war unmöglich. Stattdessen ordnete er Polizeischutz an und verfasste später einen Bericht, in dem er 11 Cruzeiro-Spieler und 12 Atlético-Akteure mit Platzverweisen belegte.

Hulk macht den schiedsrichter verantwortlich
Unter den Gesperrten: Atlético-Kapitän Hulk, einst Nationalspieler und WM-Teilnehmer von 2014. Er soll laut Schiedsrichterbericht „Schläge und Tritte gegen Gegner nach Spielende“ ausgeteilt haben. Nach dem Spiel machte er den Referee verantwortlich: „Ich habe ihm schon zu Beginn gesagt, dass es Ärger gibt. Er hatte keine Persönlichkeit.“
Cruzeiro gewann das Spiel trotz des Tumults mit 1:0, Torschütze Kaio Jorge war ebenfalls einer der Ausgeschlossenen. Die brasilianische Fußball-Behörde CBF leitete ein Disziplinarverfahren ein. Sperren von mehreren Spielen sind zu erwarten – möglicherweise auch für Hulk, der sich mit seiner Haltung keinen Gefallen getan hat.
Das Finale war nicht nur ein Sportskandal, sondern auch ein Sinnbild für die zunehmende Gewalt im südamerikanischen Fußball. Die Bilder aus Belo Horizonte werden die Liga länger verfolgen als das Ergebnis.
