Goretzka und brandt: türkei lockt mit millionen – doch italien lauert

Der Sommer wird zum Schnäppchenmarkt für Mittelfeld-Profis: Leon Goretzka und Julian Brandt stehen nach acht beziehungsweise sieben Jahren vor dem Abgang aus München und Dortmund – und Fenerbahce Istanbul wirft die Kreditkarte auf den Tisch. Laut dem türkischen Portal Fanatik hat der Klub bereits ein Paket für Goretzka schnürt: Drei Jahre, sieben Millionen Euro Jahresgehalt, zehn Millionen Handgeld. Das macht 31 Millionen Euro für einen Spieler, der ab Juli keinen Cent Ablöse kostet.

Warum gerade jetzt der bosporus rufe

Die Antwort steckt im Trainerteam. Domenico Tedesco saß vor fünf Jahren noch mit Goretzka in der Schalker Kabine, kennt dessen Vorlieben, dessen Ecken und Kanten. Ein Gespräch soll bereits geplant sein. Für Tedesco wäre Goretzka nicht nur ein Prestigeobjekt, sondern auch ein Druckventil: Die türkischen Fans fordern nach dem Pokal-Aus gegen Galatasaray neue Stars, und ein Weltmeister würde die Kurve ersticken.

Julian Brandt bleibt im Schatten dieser Zahlen. Der 29-Jährige soll ebenfalls auf der Liste stehen, doch Details fehlen. Das liegt nicht an mangelndem Interesse, sondern an der Konkurrenz. Gazzetta dello Sport führt den AC Mailan für Goretzka, Corriere dello Sport die AS Roma für Brandt. Beide Klubs bieten europäisches Rampenlicht – und damit eine bessere Visitenkarte für das DFB-Team.

Die italienische alternative ist kein trostpreis

Die italienische alternative ist kein trostpreis

Mailand sucht einen physischen Achter, der neben Rabiot das Mittelfeld aufräumt. Goretzka passt ins Profil, seine 1,89 m und die 200 Bundesliga-Einsätze sprechen eine klare Sprache. Roma-Coach Thiago Motta wiederum schwärmt seit Leverkusener Tagen von Brandts Vertikalität. Bei beiden Klubs winkt die Champions League, ein Argument, das in der Türkei nur Fenerbahce hat – und selbst da ist die Gruppenphase alles andere als sicher.

Die Wahrscheinlichkeit, dass beide gleichzeitig nach Istanbul wechseln, liegt bei 15 Prozent. Das klingt wenig, reicht aber, um Agenten zu vermieten und Gehaltslisten zu verschieben. Denn wer 31 Millionen Euro für einen einzelnen Spieler locker macht, verhandelt nicht – der diktiert. Und genau das könnte der Unterschied sein: In Italien muss Goretzka um seine Stammposition kämpfen, in der Türkei ist er von Anfang an der Gefeierte.

Am Ende zählt eine Frage: Was zählt mehr – das große Geld oder das große Bühne? Goretzka und Brandt haben den Sommer, um sich zu entscheiden. Die Uhr tickt. Und die Fans von Fenerbahce singen bereits: „Gel, gel, gel – wir warten am Bosporus.“