Göppingen und stuttgart drehen handball-kracher in letzten sekunden
Die Daikin Handball-Bundesliga lieferte am Wochenende zwei Krimis, die selbst routinierte Coaches ins Schwitzen brachten. Frisch Auf Göppingen schmeißt einen 16:12-Rückstand gegen den HC Erlangen in die Tonne und siegt 27:24. TVB Stuttgart dagegen kassiert den Ausgleich in der letzten Sekunde und darf trotz 32:32 jubeln – weil auch dieser Punkt gegen TBV Lemgo Lippe ein kleiner Sieg ist.
Göppingens oskar neudeck lässt die krone der erlanger zittern
Alles sah nach einem sicheren Auswärtssieg aus. Nach 35 Minuten führt Erlangen 16:12, die Abwehr steht wie ein Betonklotz, Göppingen wirkt ideenlos. Dann platzt der Knoten. Ein 5:0-Lauf, angeführt von Oskar Neudeck, der an diesem Abend fünf Mal ins Schwarze trifft. Plötzlich steht es 17:16 – erstmals Führung für die Hausherren. Die Halle kocht, Erlangen verliert den Faden. Marek Nissen versucht mit fünf Treffern Gegenfeuer, doch Rutger ten Velde lässt sich nicht bremsen: vier Würfe, vier Tore, plus das entscheidende Stürmerfoul, das die Zeit runterlaufen lässt. 27:24 – Göppingen springt auf Tabellenplatz fünf.

Lenny rubins abschied wird zur nebenrolle
Im TVB Stuttgart schienen die Karten ebenfalls klar verteilt. Lenny Rubin schießt seine Farben mit neun Toren auf 29:25 in der 52. Minute, der Schweizer hatte seinen Abschied nach der Saison bereits verkündet. Doch Lemgo schlägt zurück. Samuel Zehnder verwandelt acht Sekunden vor Schluss den Siebenmeter zum 32:32, selbst neun Tore auf dem Konto. Die letzte Aktion gehört Stuttgart: Max Häfner wirft von der Mittellinie, der Ball zappelt im Netz – aber die Sirene war zuerst. Unentschieden, zwei Punkte verschenkt, trotzdem Europa-Traum intakt.
Die Tabelle lügt nicht: Göppingen klettert, Stuttgart bleibt oben drin. Und die Fans? Die reden noch Wochen über diesen Samstag, an dem der Handball sein Gesicht gezeigt hat – schön, gemein und unmöglich vorhersehbar.
