Ghana plant in stuttgart die revanche: addo gibt den kampfplan preis

Ghana landet mit offenen Visieren in Stuttgart. Nach dem 1:5-Debakel von Wien fordert Otto Addo von seinen Black Stars eine Reaktion – und kündigt direkte Konsequenzen an.

„Wir sind hier, wir sind bereit. Und wir sind sauer“, sagte der 50-jährige Bundestrainer am Sonntag im Teamhotel. Die Wut sitzt tief. Gegen Österreich lief nichts zusammen, die Abwehr wirkte wie ein offenes Tor, der Angriff wie ein leeres Magazin. Addo hat die Videoanalyse in Einzelgespräche zerlegt, jeden Fehler auf den Millimeter genau. Ergebnis: „Wir haben die richtigen Schlüsse gezogen.“

Addo will das deutsche umschaltspiel knacken

Addo will das deutsche umschaltspiel knacken

Deutschlands größte Waffe ist laut Addo das Tempo direkt nach Ballgewinn. „Wenn wir ihnen den ersten Pass ermöglichen, laufen wir ins offene Messer“, warnt er. Seine Lösung: frühes Stören, dichtes Mittelfeld, dazu eine Körpersprache, die „schon im Warm-up Selbstvertrauen versprüht“. Gegen Österreich fehlten laut Addo „Führungspersönlichkeiten, die in die Hände spucken“. Das will er mit Ransford Königsdörffer und Thomas Partey korrigieren.

Königsdörffer, nach der Schlappe selbst in Sozialmedien geflammt, nimmt die Kritik an. „Ich habe mir die Highlights nicht zweimal angesehen, einmal reichte“, sagt der HSV-Stürmer. „Aber ich habe mir Notizen gemacht: Laufwege, Timing, Pressingresonanz. Das nächste Video wird besser.“

Die Statistik spricht gegen Ghana: Seit 1993 wartet die Schwarze Stern auf einen Sieg gegen eine europäische Topmannschaft. Das 0:3 in Wolfsburg 2022 steckt noch in den Knochen. Doch Addo setzt auf den Underdog-Faktor: „Wenn wir das Tempo bestimmen, werden die deutschen Fans pfeifen – und das Stadion wird kleiner.“

Anpfiff ist Montag um 20.45 Uhr in der Mercedes-Benz-Arena. Für Ghana geht es um mehr als nur Prestige. Nach der verpassten Qualifikation für die Afrika-Cup wächst der Druck auf den Verband. Ein gutes Resultis würde die Diskussionen um Addos Zukunft für 48 Stunden verstummen lassen. Die Spieler wissen: „Wenn wir wieder so auftreten wie in Wien, fliegt der erste Kopf“, sagt Königsdörffer. Die Warnung ist kein Bluff. In Ghana fliegen Köpfe schneller als Bälle.