Goggia: olympiasiegerin macht abitur und schreibt über propaganda!

Sofia Goggia, die unbestrittene Königin des alpinen Skisports, hat eine weitere bemerkenswerte Leistung vollbracht: Sie hat ihr Studium an der renommierten Luiss Guido Carli in Rom erfolgreich abgeschlossen. Nach Olympia-Bronze und dem Gewinn der Super-G-Krone feiert die Azzurra nun ihren akademischen Abschluss – ein Beweis für ihre außergewöhnliche Disziplin und ihren unermüdlichen Ehrgeiz.

Die abschlussarbeit: sport und politik im wandel der zeit

Die abschlussarbeit: sport und politik im wandel der zeit

Goggias Abschlussarbeit widmet sich einem faszinierenden Thema: Propaganda und Soft Power in der Geschichte der Olympischen Spiele. Von der Antike bis zu den kommenden Spielen in Milano Cortina 2026 untersucht die Arbeit, wie Sport als Instrument zur Beeinflussung und zum Erzählen genutzt wurde. Ein Projekt, das Goggia in drei Phasen angegangen ist – Geschichte, Entwicklung und eine Schlussfolgerung zur Gegenwart. Die Arbeit wurde bereits im März eingereicht, die offizielle Verkündung des Grades erfolgt im Juni.

Ein Balanceakt zwischen Piste und Hörsaal: Der Weg zum Abschluss war alles andere als einfach. Goggia jonglierte mit anspruchsvollen Trainingseinheiten, Wettkämpfen und einem intensiven Studienprogramm. „Ich war die Einzige in der Familie ohne Abschluss“, so Goggia gegenüber der Repubblica, „mein Vater ist Ingenieur, mein Bruder ebenfalls, meine Mutter hat ein Literatur- und Philosophie-Studium – ich wollte nicht als die Ausnahme gelten.“ Der Auslöser für diese Entscheidung war eine spontane Erkenntnis auf einem Sessellift in Cervinia im Jahr 2020.

Um das Studium mit dem Spitzensport zu vereinbaren, nutzte Goggia das Dual-Career-Programm der Luiss. 26 Klausuren, alle in Präsenz, wurden in die oft straffen Zeitpläne zwischen den Rennen eingebaut. „In der Saison konnte ich wenig machen, aber sobald sich eine Lücke bot, habe ich studiert – im Oktober, November und Dezember“, erzählt sie. Verletzungen nutzte sie geschickt: Nach einem Bruch des Handgelenks in St. Moritz kehrte sie unmittelbar zum Wettkampf zurück, um anschließend eine Prüfung abzulegen. Ein Beinbruch ermöglichte ihr sogar, in acht Monaten acht Klausuren zu bestehen.

Die Wahl des Studiengangs Politikwissenschaft fiel nicht zufällig aus. Goggia hegt eine Affinität zu Geisteswissenschaften und fand an der Luiss das richtige Gleichgewicht zwischen Geschichte, Recht und Wirtschaft. Ihre Abschlussarbeit ist somit nicht nur ein akademischer Erfolg, sondern auch ein Spiegelbild ihrer Persönlichkeit – einer Athletin, die niemals stehen bleibt und stets neue Herausforderungen sucht.

Obwohl Goggia betont, dass der Abschluss „nur ein weiterer Titel“ sei, erzählt er doch viel über ihre Disziplin und ihren unbändigen Willen. Ein Erfolg, der weit über die Piste hinausreicht. Und wer weiß, vielleicht wird sie eines Tages ihre Expertise in die Welt der Sportpolitik einbringen – eine weitere Dimension für eine Ausnahmeathletin.