Gislason warnt vor ägypten: „die werfen mit rückraum-mauern um sich“

43 Tage nach dem EM-Silber trifft der Deutsche Handballbund auf einen Gegner, der laut Bundestrainer Alfred Gislason „nichts für schwache Nerven“ ist. Am Donnerstag in Dortmund, am Sonntag in Bremen – Ägypten, der afrikanische Champion, gastiert zum Doppelpack. Gislasons Fazit im ProSieben-Interview: „Wenn wir hier punkten wollen, müssen wir zwei nahezu perfekte Spiele abliefern.“

Ägypten liefert sich mit deutschland einen test, der weit über freundschaftsspiele hinausgeht

Ägypten liefert sich mit deutschland einen test, der weit über freundschaftsspiele hinausgeht

Die Statistik spricht eine klare Sprache: Seit 2020 hat Ägypten gegen europäische Top-Teams viermal gewonnen, dreimal nach Verlängerung. Grund genug für Gislason, die Langzeitbeobachtung hochzukrempeln. „Die Ägypter spielen mit einer physischen Wucht, wie wir sie selten sehen. Ihr Rückraumduo Sanad und Shebib zündet aus neun Metern Bomben mit 110 km/h. Kein Zufall, dass Frankreich und Schweden zuletzt mit blauen Flecken aus der Kabine kamen“, sagt der Isländer.

Das DHB-Team tritt ohne vier EM-Helden an. Andreas Wolff (Knorpelreizung), Nils Lichtlein (Adduktoren), Rune Dahmke und Lukas Zerbe (beide Erholungsphase) bleiben zu Hause. Ihre Ersatzmänner heißen Tim Freihöfer, Timo Kastening und Lasse Ludwig – drei Debütanten, die sich in den vergangenen Wochen in der 3. Liga gegenseitig überboten haben. Dazu gesellt sich Rasmus Ankermann, U19-Weltmeister, der als „Trainingsgast“ erstmals die A-Seite kennenlernt.

Gislason nimmt die Rotation gelassen. „Wir haben 2024 gelernt: Tiefe gewinnt Titel. Wer jetzt draußen sitzt, kann im Januar 2025 Gold holen.“ Die Ansprache an die Neuen ist kurz: „Kein Geschenk, sondern ein Auftrag. Zeigt mir, warum ich euch im Kader lassen soll.“

Die Druckfrage liegt auf dem Tisch. Schließlich wartet die Heimarena mit 13.200 Fans – ausverkauft seit Montag. „Wenn die Dortmunder Kurve brüllt, vergessen wir die 43 Tagespause. Dann zählt nur der erste Schlag“, sagt Kapitän Johannes Golla. Sein persönlicher Benchmark: sieben Tore aus dem Kreis, keine Ballverluste. „Ägypten stellt zwei Meter-Zwei-Meter-Blocks. Wenn wir da durchlaufen, schaffen wir das auch gegen Dänemark.“

Die Partien laufen live auf ProSieben und im kostenlosen Stream. Für Gislason ist klar: „Wir testen nicht. Wir messen.“ Die Bilanz gegen Afrikas Handballmacht: 9:1-Siege für Deutschland, zuletzt 2019. Doch das war vor der Pharaonen-Offensive. Heute zählt nur der nächste Countdown bis Tokyo 2028. Wer jetzt liefert, bucht sich das Ticket.