Bühner fegt ins all-tournament-team: dbb-frauen ziehen mit 4:1 trotz ausfälle in die wm
Frieda Bühner schreibt in Lyon Geschichte: 21 Punkte gegen Südkorea, 13,2 im Schnitt über fünf Spiele – und plötzlich steht die 21-Jährige im All-Tournament-Team der WM-Qualifikation. Die DBB-Auswahl lacht trotz sieben verletzter Stammspielerinnen. Die Moral wog mehr als der Kader.
Spanien als sprungbrett, wnba als ziel
Bühner spielt seit diesem Winter bei Valencia, lernt dort, wie man sich in der Liga der großen Namen durchbeißt. Die Zahlen sprechen schon jetzt für sie: 48,8 % Trefferquote aus dem Feld, 36,8 % von außen, dazu 5,2 Rebounds pro Partie. Scout-Dienste setzen sie für den April-Draft auf Platz 25 bis 35. Ein zweiter Runde-Platz gilt als sicher, ein erster ist drin, wenn sie bis dahin ihre Dreierquote auf 40 % anhebt.
Die Entscheidung fällt im März. Bühner will vorher mit Valencia die Play-offs erreichen, dann eine Woche nach Miami fliegen, sich beim Combine zeigen und zurück nach Berlin – zur Endrunde, für die ihr Team längst qualifiziert ist.

Frankreich setzt den maßstab, deutschland folgt als verfolger
Während Janelle Salaun die Franzosen mit 16,7 Punkten makellos durch die Gruppe führt, testet Bundestrainer Lisa Thomaidis bereits neue Systeme. Sie spielte in Lyon mit nur acht gesunden Profis, rotierte konstant und riskierte dabei sogar das Top-Seeding. Der Plan ging auf: Jugend und Erfahrung verschmolzen, Marie Guiraud und Emma Stach übernahmen Führung, Bühner lieferte die Punkte.
Die Bilanz: vier Siege, eine Niederlage gegen die spätere Gruppensiegerin Frankreich – und ein Kader, der tiefer ist als je zuvor. Thomaidis sprach von „Charakterarbeit“, Kapitänin Satou Sabally nannte es „eine Ansage an die Welt“. Berlin 2026 rückt näher, der Anspruch wächst.
Die Tickets sind verteilt, aber die Rangliste ist offen. China, Spanien, Türkei – alle haben neue Power. Die DBB-Frauen haben etwas, was die anderen nicht haben: eine 21-jährige Flügelspielerin, die gerade erst ihren Auftritt feiert. Wenn Bühner im Sommer tatsächlich den Sprung in die WNBA schafft, beginnt für das deutsche Team eine neue Zeitrechnung.
