Gisdol schwärmt von vfb: „ich bin undav-fan – den braucht jede mannschaft“
Markus Gisdol sitzt auf der Couch, sieht den VfB siegen und träumt laut. Der 56-Jährige, einst U17-Coach der Schwaben, spricht im SWR-Interview Klartext: Er will Stuttgart „viele Jahre stabil unter den ersten fünf“ sehen – und nennt Deniz Undav den einzigartigen Hebel dafür.
Der undav-faktor: „in deutschland gibt es keinen zweiten“
Gisdol redet sich in Rage, wenn er den Stürmer beschreibt. „Wir haben in Deutschland keinen vergleichbaren Spieler wie ihn“, sagt er und schlägt mit der flachen Hand auf den Tisch. „Den kann man in jeder Mannschaft gebrauchen.“ Für ihn ist der 29-Jährige kein klassischer Neuner, sondern eine Waffe, die Verteidigungen zerfetzt – mit Muskeln, Laufwegen und einer Coolness, die sich nicht trainieren lässt.
Die Zahlen untermauern die Liebe: 17 Tore in dieser Saison, davon drei gegen Leipzig am vergangenen Wochenende. Gisdol lacht: „Wenn ich die Highlights sehe, denke ich mir: Das ist einfach ein Roboter mit Fußball-Hirn.“

Vom retter zum fan: gisdols blick bleibt am neckar
Der ehemalige Bundesliga-Notarzt, der Hoffenheim, Hamburg und Kayserispor vor dem Abstieg rettete, schaut trotzdem nicht zurück. „Ich wollte raus aus der deutschen Komfortzone“, erklärt er den Schritt nach Moskau und in die Türkei. Doch die Sehnsucht nach Stuttgart blieb. „Man hat immer ein Auge auf den VfB, ganz klar. Wenn man mal gearbeitet hat, ist man verbunden.“
Sein Fazit fällt knapp aus: Alex Wehrle und das Scouting seien „ein Gespür für Underdogs“, Sebastian Hoeneß spiele „Fußball, der wehtut“. Die Kombination mache den Club zur Dauer-Bombe – und ihn zum dauerhaften Zuschauer. „Bei schlechtem Wetter sage ich meiner Familie: Sorry, heute schaue ich VfB.“
Keine Frage, kein „wird sich zeigen“. Gisdol schließt trocken: „Wenn der VfB so weitermacht, muss sich die Liga warm anziehen.“
