Girona verliert top-stürmer vanat: saison-aus nach 9 liga-toren
Es war nur ein Pressschlag – kurz, hart, nichts Besonderes. Doch für Artem Dovbyk reichte diese Sekunde, um das linke Bein zu verlieren. Die medizinischen Tests bestätigten, was Míchel nach dem 3:1 gegen Villarreal schon ahnte: Ischiassehnenriss, zehn bis zwölf Wochen Pause. Saison-Aus für Gironas ukrainischen Torjäger.
Der moment, als montilivi verstummte
Mindestens 27-mal stand Dovbyk in dieser Spielzeit in der Startelf, 30-mal war er überhaupt auf dem Feld. Die Bilanz: neun Liga-Tore, ein Treffer im Copa del Rey und 1.962 Minuten pure Gefahr für gegnerische Abwehrreihen. Dann kam die zwölfte Minute gegen Villarreal. Ein Sprint, ein Tritt, ein Ziehen. Er hob die Hand, fiel, blieb liegen. Abel Ruiz lief warm, das Stadion atmete aus. Cojo, aber auf eigenen Beinen verließ Dovbyk den Rasen – ein letztes Bild, das niemand so schnell vergessen wird.
Die Zahlen sprechen für sich: Ohne den Neunmeter-Mann aus Kiew fällt Gironas Angriff von 1,8 auf 1,1 Tore pro Spiel. Die Lücke ist gewaltig, sie reicht fast bis zum nächsten Sommer. Trainer Míchel muss nun umdenken, und er muss es schnell. Die Champions-League-Plätze sind noch greifbar, aber ohne den elffachen Matchwinner wird jeder Punkt zur Herausforderung.

Abel ruiz, stuani oder das falsche neunerkonstrukt?
Option eins: Abel Ruiz, 23 Jahre, La-Masia-Absolvent, bereit für mehr Verantwortung. Gegen Villarreal zeigte er kurz nach seiner Einwechslung, dass er den Ball auch mal zwei Sekunden länger am Fuß behalten kann – ein Luxus, den Dovbyk nie brauchte. Option zwei: Cristhian Stuani, 37-jährige Uruguayanische Legende, gerade wieder fit, aber mit nur 487 Minuten Spielzeit in den Beinen. Und dann wäre da noch Claudio Echeverri, 18, argentinisches Wunderkind, das Míchel schon mehrfach als „falsche Neun“ testete. Klein, wendig, unangenehm – aber eben kein klassischer Strafraumkiller.
Die Entscheidung fällt am Sonntag in Valencia. Das Mestalla ist laut, das Mestalla ist bissig. Wer auch immer das Girona-Trikot trägt, muss die Lücke füllen, die Dovbyk hinterlassen hat. Eine Lücke von neun Toren, 1.962 Minuten und unzähligen Gegnern, die aufatmen werden, weil der Ukrainer nicht mehr droht.
Gironas Sportdirektor Quique Cárcel hatte den Wintertransfermarkt eigentlich geschlossen. Jetzt liegt ein Zettel auf seinem Schreibtum: „Notfall-Stürmer gesucht.“ Die Uhr tickt, die Liga auch. Und irgendwo in Montilivi steht ein leeres Stangenplastik – reserviert für Artem Dovbyk, der gerade erst angekommen war, um schon wieder zu gehen.
