Girona verliert top-stürmer vanat: saison-aus nach 1962 minuten und 9 toren

Artem Dovbyk war schon mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Feld, doch die Diagnose trifft den FC Girona wie ein Faustschlag: 10 bis 12 Wochen Pause, ein kompletter Riss im linken hinteren Oberschenkel. Der ukrainische Torjäger, der mit neun Treffern die interne Torschützenliste anführt, fällt für den Rest der Saison aus.

Kein warnschuss mehr – die bombe ist geplatzt

Míchel hatte nach dem 3:1 gegen Villarreal noch davon gesprochen, dass „ein paar Wochen“ möglich seien. Die medizinischen Tests am Montag lieferten die nüchterne Gewissheit: Tendinose im linken Ischiokruralmuskel, ein Bild, das bei explosiven Sprintbewegungen entsteht. Genau diese Bewegung hatte Vanat in der 12. Minute ausgeführt, als er sich nach einem Pressing-Zweikampf plötzlich auf den Rasen sinken ließ. Abel Ruiz kam, das Stadion applaudierte – niemand ahnte, dass es ein Abschied war.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 27 Starts in 30 Liga-Spielen, 1.962 Einsatzminuten, neun Tore plus ein weiterer im Copa-del-Rey-Duell. Ohne ihn droht Girona der Absturz aus den Europaplatzen. Der Klub hatte sich gerade erst von Stuani verabschiedet und auf Dovbyk als feste Spitze gesetzt. Nun muss Míchel improvisieren.

Abel ruiz oder claudio echeverri – die notlösung wird zum prüfstein

Abel ruiz oder claudio echeverri – die notlösung wird zum prüfstein

Gegen Villarreal zeigte Ruiz nach seiner Einwechslung Bewegung, aber keine Killer-Instinkt. Die Alternative: ein falsches Neun-System mit Echeverri, dem 18-jährigen Argentinier, der bisher eher als hängende Spitze eingesetzt wurde. Die Frage ist nicht nur, wer die Tore macht, sondern wer die Räume öffnet, die Vanat mit seinen diagonalen Läufen ständig zog.

Die Physiotherapeuten haben den Spielplan bereits durchgerechnet: Sollte Girona die Europa-League-Quali erreichen, wäre ein Comeback frühestens im Juli möglich. Bis dahin muss der Trainerstab eine Lösung finden, die über das reine Ersetzen eines Stürmers hinausgeht. Denn mit Dovbyk verliert Girona nicht nur Tore – er verliert seine Identität als pressingstarkes Team mit einer festen Anlaufstation.

Der FC Girona steht vor der entscheidenden Phase der Saison. Die nächsten acht Spiele entscheiden über internationales Geschäft oder Mittelmaß. Ohne ihren ukrainischen Tor-Garanten wird der Traum von der Champions League zur Geduldsprobe. Die Wunde ist offen, der Zeitplan gnadenlos.