Giro-held napolitano droht lebenslange sperre – doping-skandal erschüttert nachwuchsteam
Ein Schock für die italienische Radsport-Szene: Der ehemalige Giro d’Italia-Etappen Sieger Danilo Napolitano steht vor einer lebenslangen Sperre wegen Dopings von minderjährigen Fahrern. Die Enthüllung, die am Mittwoch durch Cyclismo Internacional publik wurde, wirft einen dunklen Schatten auf den Nachwuchsbereich des Sports und lässt Fragen nach der Verantwortung von Trainern und Funktionären aufkommen.
Der fall napolitano: was genau geschah?
Laut einem Urteil des italienischen Nationalen Antidoping-Tribunals, datiert vom 9. April, wird Napolitano vorgeworfen, gegen Artikel 2.6 und 2.8 des Weltdopingcodes verstoßen zu haben. Das bedeutet nicht nur den Besitz verbotener Substanzen, sondern auch deren Verabreichung oder den Versuch, sie an Sportler unter 18 Jahren zu verabreichen – ein besonders schwerwiegender Vorwurf angesichts der Verletzlichkeit der jungen Athleten. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor Ermittlungen aufgenommen, die nun zu dieser vorläufigen Suspendierung von Napolitano und dem Vereinspräsidenten Marco Moretto geführt haben.
Betroffen ist das SALUS Ciclistica Seregno ASD, ein Verein, der einst als eine der führenden Talentschmieden in der Lombardei galt. Die Nachricht ist ein schwerer Schlag für den Verein, der sich nun juristisch gegen die Vorwürfe wehrt. Pietro Giovanardi, der Rechtsbeistand von SALUS, betont vehement, dass die vorliegenden Dokumente Morettos Unschuld beweisen und dies auch von den ordentlichen Gerichten bestätigt worden sei.

Von lampre zu wanty-gobert: napolitanos karriere im überblick
Daniele Napolitano, zwischen 2004 und 2017 Profi, feierte seine erfolgreichste Zeit zwischen 2006 und 2008 bei Lampre (heute UAE Team Emirates). Der Sieg in der neunten Etappe des Giro d’Italia 2007 und ein Platz unter den Top Ten bei Mailand-San Remo sind herausragende Momente seiner Karriere. Danach wechselte er zu Katusha (2009-2010), Acqua & Sapone (2011-2012) und beendete seine Laufbahn bei Wanty-Gobert (heute Intermarché), wo er fünf Saisons lang aktiv war. 38 Siege als Profi sprechen für eine beachtliche Karriere, die nun durch diesen Doping-Skandal überschattet wird.
Die Tatsache, dass ein ehemaliger Profi wie Napolitano, der selbst jahrelang im Peloton unterwegs war, nun verdächtigt wird, junge Fahrer zu dopen, ist besonders erschütternd. Es erinnert an ähnliche Fälle in der Vergangenheit, wie beispielsweise den des niederländischen Nachwuchstalents, dessen Vater ihn unwissentlich dopte und dafür selbst hart bestraft wurde. Die Komplikation in diesem Fall liegt in der Verwicklung von Marco Moretto, dem Vereinspräsidenten, der ebenfalls der Komplizenschaft mit dem Dopings verdächtigt wird.
Die Disziplinarmaßnahmen im Dopingbereich sind besonders hart, wenn minderjährige Athleten betroffen sind. Hier ist eine lebenslange Sperre die Regel, keine Ausnahme. Die Namen der jungen Radfahrer, die ebenfalls vorläufig suspendiert wurden, werden geschützt, um ihre Privatsphäre zu wahren. Die Vorwürfe gegen Napolitano und Moretto werfen ein düsteres Licht auf die Integrität des italienischen Radsports und zeigen, dass der Kampf gegen Doping noch lange nicht gewonnen ist. Die kommenden Gerichtstermine werden zeigen, wie die Angelegenheit weiter verläuft, aber eines ist klar: Der Ruf des Radsports hat erneut einen schweren Schlag erlitten.
