Giannis kehrt zurück und erntet eine ohrfeige – bucks verspielen playoff-chance

Giannis Antetokounmpo lief gestern Nacht zum ersten Mal seit 29 Spielen wieder über das Court, doch die erhoffte Erlösung wurde zur Blamage. Milwaukee kassierte gegen Orlando eine 97:112-Klatsche und rutscht auf Platz 12 im Osten ab – 3,5 Spiele hinter der Play-In-Zone. Die Saison ist gelaufen, der Superstar redet plötzlich vom Alter.

„Ich bin nicht alt, aber definitiv älter“

Antetokounmpo sprach offener als je zuvor über die Schwäche seines 31-jährigen Körpers. „Früher bin ich mit Knie-Schmerzen durchgespielt, heute halten mich Weichteilverletzungen wochenlang fest“, sagte er nach dem Spiel. Die 65-Spiel-Marke für MVP & Co. verpasst er locker – 29 Ausfälle sind seine neue Negativ-Bilanz. Die Bucks haben 13 Partien vor Saisonende, Giannis bräuchte 36 Einsätze. Mathematik gegen Mythos.

Die Zahlen sind gnadenlos: Milwaukee liegt bei 30-33, hat 3:13 in den letzten 16 Spielen verloren und zählt seit dem Trade-Deadline-Desaster zur schlechtesten Defense der Conference. Ohne Giannis stürzten sie ab, mit Giannis funktioniert das Timing nicht. Sein Plus/Minus von –18 gegen Orlando war persönliches Saison-Tief. Die einstige Titelmaschine wirkt wie ein Lieferwagen mit leerem Tank.

Lakers warten bereits im sommer

Lakers warten bereits im sommer

Während die Bucks um Play-in-Hoffnungen kämpfen, kreisen die Los Angeles Lakers bereits. Laut ESPN bereitet Rob Pelinka Kapital für einen maximalen Slot im Sommer 2025 frei – das Ziel: Giannis. Die LeBron-Ära neigt sich dem Ende zu, L.A. braucht ein neues Gesicht, und die Klub-Führung hat intern bereits Gesprächsbasis mit der Antetokounmpo-Familie. Milwaukee kann ihm die Super-Max-Erweiterung (etwa 260 Mio Dollar über drei Jahre) im Juli unterbreiten. Sagt er nein, beginnt die heißeste Verfolgungsjagd der Off-Season.

Doch zählt erst einmal die Sportlichkeit. Die Bucks reisen morgen nach Miami, dann folgen Boston und Cleveland – drei Gegner, die direkt vor ihnen in der Tabelle stehen. Verlieren sie auch diese Spiele, ist die Saison vor dem offiziellen Ende gestorben. Trainer Doc Rivers sprach von „Kampf bis zur letzten Sekunde“, doch selbst interne Stimmen zweifeln, ob die Chemie noch stimmt. Brook Lopez wird mit 36 Jahren langsamer, Khris Middleton spielt nur noch jedes zweite Spiel, und Damian Lillard schwankt zwischen 40-Punkte-Feuerwerk und 3/14-Nächten.

Die uhr tickt für die komplette franchise

Die uhr tickt für die komplette franchise

Die Organisation stand 2021 auf dem Gipfel, holte den Titel, baute um und verpflichtete Lillard – ein All-In, das sich als Bumerang erweist. Die Luxus-Steuer explodiert, die Draft-Picks sind aufgebraucht, und die Trade-Assets beschränken sich auf Bobby Portis und ein paar Second-Rounder. GM Jon Horst muss bis zum 8. Februar 2025 entscheiden: Neuaufbau oder letzter Verzweiflungs-Trade. Eine Antwort dürfte kommen, wenn Giannis seine Meinung über die Zukunft verkündet.

Für die Fans in Wisconsin ist der Frust greifbar. Die Fiserv Forum-Kapazität sank gestern auf 85 Prozent, die Tickets auf dem Sekundärmarkt um 38 Prozent. Die Atmosphäre erinnert an 2013, als Milwaukee mit 15-67 die Liga dominierte – nur ohne Hoffnung auf einen Jungstar. Giannis war damals 18, heute ist er 31 und spricht über „neue Prioritäten“. Die Botschaft ist kaum versteckt: Wenn die Organisation nicht sofort reagiert, sucht er sich eine neue Heimat.

Die nächsten zehn Tage entscheiden über Playoffs, Prestige und Milliardenwerte. Milwaukee steht am Scheideweg, und zum ersten Mal seit Jahren glauben nicht mehr alle, dass Giannis mitzieht. Die Bucks haben die Kontrolle verloren – und die Uhr tickt lauter als jede Arena.