Giampaolo muss cremona retten – tardini wird zur schicksalsarena

Die Uhr tickt für Marco Giampaolo. Seit Mittwoch sitzt der 57-Jährige wieder auf der Bank der Cremonese, muss die Grigiorossi aus dem freien Fall reißen – und das gleich beim Tabellennachbarn Parma. Samstag, 15 Uhr, Stadio Tardini: Dort wartet ein Gegner, der seit fünf Spielen sieglos ist und mit nur 21 Treffern die harmloseste Offensive der Serie A stellt. Für Cremona eine Chance, aber auch ein Befreiungsschlag mit Risiko.

Kein sieg seit dem 7. dezember

Die Zahlen sind brutaler als ein Body-Check. Cremonese hat 2026 noch kein einziges Spiel gewonnen, zuletzt am 7. Dezember gegen Lecce. Seitdem folgten sechs Auswärtsniederlagen in Serie – europaweit ein Negativrekord unter den Top-5-Ligen. Mit 24 Zählern klebt der Klub auf Platz 18, drei Punkte hinter Lecce. Verliert er auch im Tardini, ist die Luft dünner als die Trikots.

Parma dagegen schwankt auf Augenhöhe: 4:1-Klatsche gegen Turin, davor zwei Remis, davor 1:0 gegen Milan dank spätem Pellegrino-Treffer. Der Stürmer traf achtmal in dieser Saison, ist Top-Scorer und einzige Konstante in einem sonst ideenlosen Angriff. Die Buchmacher sehen die Ducali dennoch leicht vorn: Sieg-Quote 2,15, Cremonesi stehen bei 4,15. Das sagt viel über die Form, wenig über die Nerven.

Giampaolo startet mit altbekannter mission

Giampaolo startet mit altbekannter mission

Bereits 2014/15 coachte Giampaolo Cremona in der Serie B, kennt die leise Provinzatmosphäre genauso wie die lauten Erwartungen. Seine erste Trainingseinheit soll laut Insider «mit Sprintreihen und Videobilder-Schock» begonnen haben. Der Coach will Umschaltmoment und mentale Härte – genau das, was seine Vorgänger vermissen ließen. Ob es reicht, wird sich zeigen, wenn der Schiri am Samstag pfeift.

Die Fans reisen trotz widriger Zahlen mit: 1.200 Tickets bereits verkauft, doppelt so viele wie zuletzt in Florenz. Sie wollen sehen, ob der Neue die Wende bringt – oder ob es die nächste Enttäuschung wird. Für Giampaolo ist es mehr als ein Spiel: Es ist die Generalprobe für den Klassenerhalt, ein Test für seine taktische Flexibilität und möglicherweise der letzte Aufschlag der Saison.

Beide Teams haben nichts zu verlieren, außer der Kategorie. Und genau das macht die Partie im Tardini zur reinen Abstiegsglocke: wer klingelt, hört sie lange nach.