Giampaolo explodiert: cremonese zerlegt parma – sein emotionaler sieg nach 72 stunden
Parma – 72 Stunden nach seiner Präsentation schlägt Marco Giampaolo mit der Cremonese zurück. 0-2 beim Tardini, die Grigiorossi springen auf 27 Punkte, Lecce im Nacken, und der Coach braucht nach Abpfiff zwei Atemzüge, bevor er die Worte findet: „Ich war gerührt. Die Jungs haben heute mehr gegeben, als ich ihnen einflößen konnte.“
Die tore fallen, die ketten klirren
Maleh und Vandeputte brennen die Sicherungen durch – ein Linksschlenzer unter die Latte, ein halber Hüftdreher ins lange Eck. Parma steht wie versteinert, die Cremo rennt sich warm. Giampaolo wedelt nicht, er bellt Anweisungen, aber innen kocht es. Er kennt diese Lage: 2019 saß er beim AC Mailand auf dem Präsentierteller, damals verlor er sechs der ersten neun Spiele. Jetzt, sieben Jahre später, ist er der Notnagel, der funktioniert.
Die Zahle lautet: zwei Trainingseinheiten, ein Sieg. Kein Cremonese-Coach seit der Rückkehr in die Serie A holte drei Punkter so schnell. Davide Nicola brauchte fünf Partien, Fabio Pecchia sieben. Das Protokoll der Lega schreibt 42 % Ballbesitz für die Gäste – irrelevant, wenn die Übergänge so scharf sind wie Rasierklingen.

Giampaolo zittert, die kurve singt
Im Mixed-Zone fährt sich der 59-Jährige durch das silberne Haar. „Wir haben nur die DNA wieder aktiviert“, sagt er und meint: Pressefallen umschiffen, keine Taktik-Details verraten. Tatsächlich ordnet er das Mittelfeld neu: Ascacíbar als einzige Ankerkette, Buonaiuto als halbrechter Achter, der zwischen den Linien schimmert. Parma läuft in jeden Fall hinten rein.
Die Fans haben ein Liedchen parat: „Marco, portaci in Europa!“ Ironie pur, aber der Mann, der einst mit Sampdoria auf Platz vier landete, lächelt nicht. Er weiß, dass Cremonese noch zwei Punkte über dem Strich liegt und dass Bologna, Gliks neuer Klub, am nächsten Sonntag wartet. Dann wird er wieder in der Coaching-Zone auf und ab hüpfen, die Armbanduhr klappern lassen und hoffen, dass Maleh erneut den Zeitpunkt findet, wo die Latte zittert.
Am Ende bleibt ein Satz, der in den Whatsapp-Gruppen der Liga kursiert: „Wenn Giampaolo nach 72 Stunden so wirkt, fragt euch, was er in 72 Tagen tun kann.“ Die Antwort liegt im Tabelle-Fenster: Cremonese hat den Anschluss, Parma die Arme sinken sehen. Der Abstiegskampf bekommt ein neues Gesicht – und es trägt Brillengläser, die im Regen von Emilia-Romagna beschlagen.
