Giacomel bricht zusammen – ein angeborener herzfehler stoppt italien’s hoffnung
Tommaso Giacomel lag in Antholz vorne, da fiel er um. Kein Sturz, kein Schussfehler – sein Herz stoppte den Lauf. Was wie Erschöpfung aussah, war ein angeborener Herzfehler, der sich gerade im zweiten Liegendschießen meldete.
Der 25-Jährige erinnert sich im Interview mit NRK: „Nach dem Schießen spürte ich ein rasendes Herzklopfen. Normalerweise wird man ruhiger, ich aber dachte, ich ersticke.“ Sekunden später brach er neben der Strecke zusammen. Die Ärzte fanden einen elektrischen Kurzschluss im Herzmuskel – nicht akut tödlich, aber risikoreich.

Die diagnose traf wie ein blitz
Giacomel wollte sofort weiterlaufen. Im Krankenhaus fragte er, ob er beim Weltcup in Kontiolahti starten dürfe. Die Antwort war ein klares Nein. Stattdessen folgte eine Katheter-Operation, Saisonende, Gelb-Trikot weg. „Ich sah die Angst in den Augen der Betreuer – dann bekam ich sie selbst“, sagt er.
Seit dem Eingriff keine Beschwerden mehr. Die sportliche Zukunft bleibt offen, doch der Biathlon-Weltverband verlangt vor Rückkehr eine zweite Untersuchung in Mailand. Dort wird diese Woche entschieden, ob Giacomels Herz wieder Vollgas erträgt.
Für Italien ist der Vorfall ein Déjà-vu: 2012 musste Dominik Windisch wegen Herzrhythmusstörungen pausieren. Die Sportärzte fordern nun standardisierte EKG-Kontrollen im Weltcup. Giacomel selbst will zurück, aber nur mit medizinischem Grünpass. „Ich werde nicht riskieren, dass mein Herz noch einmal Nein sagt“, sagt er knapp.
Die Fakten sind hart: ein gelbes Trikot, ein Kollaps, ein Defekt. Die Moral: selbst Top-Athleten sind nur Menschen – und manchmal reicht ein Schlag, um die Karriere neu zu justieren.
