Germania ratingen: tabellenführer mit luft nach oben in der defensive

Germania ratingen: aufstiegskampf und defensive baustellen

Germania Ratingen 04/19 führt die Oberliga Niederrhein an, überzeugt mit dem stärksten Angriff der Liga und blickt optimistisch in die entscheidende Saisonphase. Trotz der komfortablen Tabellenposition sieht Trainer Damian Apfeld jedoch noch Verbesserungspotenzial, insbesondere in der Defensive. Selbst ein möglicher Aufstieg in die Regionalliga würde den bodenständigen Kurs des Vereins nicht verändern.

Dominanz in der offensive

Nach 19 Spieltagen stehen 38 Punkte auf dem Konto von Ratingen 04/19. Mit beeindruckenden 55 Toren stellen sie den ligaweiten Bestwert auf. Die Konkurrenz hat bereits spürbaren Abstand. Der Erfolg kommt für das Team selbst überraschend. "Damit konnten wir vor der Saison nicht rechnen", so Trainer Apfeld. Ursprünglich war das Ziel bescheidener: "Wir sind nicht mit der klaren Zielsetzung ins Rennen gegangen, aufsteigen zu wollen, sondern wieder unter die Top 6 zu kommen.".

Die stärke der mannschaftskultur

Die stärke der mannschaftskultur

Der Schlüssel zum Erfolg liegt laut Apfeld nicht allein in der Offensive, sondern in der starken Mannschaftskultur. "Was uns auszeichnet, ist die Kultur in der Mannschaft. Die Jungs, die von der Bank kommen, funktionieren und drehen zum Teil Spiele. Keiner stellt sein eigenes Ego in den Vordergrund.". Nahezu jeder Spieler beteiligt sich am Torerfolg und Spielaufbau. Es gibt keine Abhängigkeit von einzelnen Stürmern.

Emir demircan: mittelfeldstratege mit torinstinkt

Emir demircan: mittelfeldstratege mit torinstinkt

Mittelfeldspieler Emre Demircan ist mit 13 Treffern der beste Torschütze der Mannschaft und somit ein wichtiger Leistungsträger. Dies unterstreicht den spielerischen Ansatz des Tabellenführers. "Bei uns dreht sich alles um Fußball. Wir wollen spielerische Lösungen finden. Wir sind eine Mannschaft, die sich im Ballbesitz sehr wohlfühlt.".

Anpassungsfähigkeit als schlüssel zum erfolg

Anpassungsfähigkeit als schlüssel zum erfolg

Trainer Apfeld setzt nicht auf eine starre Spielphilosophie, sondern auf Anpassungsfähigkeit. "Mal pressen wir hoch, mal stehen wir tiefer. Grundsätzlich wollen wir immer flexibel sein.". Ein wichtiger Anker im Mittelfeld ist Guiliano Zimmerling, der im Sommer vom ETB Schwarz-Weiß Essen kam. Er beschreibt sein Verhältnis zu Apfeld als "immer offen und ehrlich".

Zimmerling: ein schlüsselspieler mit zukunftsperspektiven

Apfeld lobt Zimmerlings sportliche Qualität: "Guiliano ist ein unglaublich vielseitiger Spieler. Er liest das Spiel hervorragend, setzt sowohl defensiv als auch offensiv Akzente und bringt immer Ruhe und Präzision auf den Platz.". Zimmerling selbst sieht sich als "verlängerter Arm des Trainers" und schließt einen Wechsel in höhere Ligen nicht aus, betont aber, dass es gut überlegt sein muss.

Defensive schwächen als baustelle

Trotz der Tabellenführung sieht Apfeld noch Verbesserungspotenzial. Ratingen kassierte in 19 Spielen 29 Gegentore. "Für eine Spitzenmannschaft ist das ein Ticken zu viel. Wir arbeiten daran.". Die Ursachen sind vielfältig: "Elfmeter, Standards, Konter, individuelle Fehler - das war ungefähr gleich verteilt.". Im Winter wurden mit Valon Zhushi (SSVg Velbert) und Henry Page (TVD Velbert) zwei neue Spieler verpflichtet.

Bodenständigkeit auch in der regionalliga

Auch im Falle eines Aufstiegs plant Ratingen, an seinem bewährten Kurs festzuhalten. "Der Topf, aus dem wir schöpfen können, wird nicht größer, nur weil wir aufsteigen.". Trainer Apfeld betont, dass er bewusst auf eine hauptberufliche Trainerkarriere verzichtet hat, da ihm die Familie und ein stabiles Umfeld wichtiger sind. Er sieht seine Zukunft weiterhin in Ratingen, unter der Führung von Jens Stieghorst und Frank Zilles.