Gericht stoppt bernabéu-parkplätze: real madrid kassiert nächsten rückschlag
Das Oberste Gericht Madrids hat Real Madrid und der Stadtverwaltung die nächste kalte Dusche verpasst: Die Baustopp-Anordnung für die Parkgaragen rund um das Santiago Bernabéu bleibt in Kraft. Kein Bagger darf weiterrollen, kein Beton fließen – und das endgültig.
Die bewohner-initiative setzt den königsklub erneut aufs kreuz
Der Klub und das Rathaus hatten gegen die Einstellung der Arbeiten Rekurs eingelegt, doch die Madrider Richter ließen ihre Argumente abprallen. Das Urteil vom 5. Februar 2026 bestätigt die vorläufige Maßnahme des Verwaltungsgerichts Nr. 30 und macht sie zur finalen Niederlage. Der Hintergrund: Ein Vorurteil aus dem Vorjahr hatte die Baugenehmigung für die unterirdischen Parkflächen an der Castellana-Bernabéu und Padre Damián aufgehoben – die Stadt habe öffentliches Interesse schlichtweg nicht belegen können. Die Anwohnervereinigung „Afectados por el Bernabéu“ hatte geklagt und damit eine Kettenreaktion ausgelöst.
Seitdem steht das Projekt auf Eis. Die Richter sahen keinen Grund, die Einstellung der Bauarbeiten aufzuheben; sie verlangen sogar, dass die Stadt die Stilllegung aktiv sicherstellt. Real Madrid forderte eine Aufhebung oder zumindest eine Sicherheitsleistung der Kläger – vergeblich. Die Entscheidung ist kostenfrei, aber nicht endgültig: Sowohl der Klub als auch das Rathaus können beim Supreme Court in letzter Instanz anrufen. Dort wartet bereits ein weiteres Revisionsverfahren zum Kern der Angelegenheit.

Der klub sucht verzweifelt nach einem plan b
In den Fluren der Casa Blanca herrscht derzeit Dauerkonferenzmodus. Die Parkgaragen sind Teil eines Gesamtkonzepts, das neue Einnahmequellen rund ums Stadion erschließen soll – vom Megastore bis zur Eventlocation. Ohne sie droht ein Millionenloch im künftigen Haushalt. Intern kursieren laut Insidern drei Alternativmodelle: Eine Tunnellösung unter der bereits genehmigten Tribünenerweiterung, ein Verkauf von Teilstrecken an private Investor*innen oder ein kompletter Neuantrag mit überarbeiteten Umweltgutachten. Doch alle Varianten dauern – und kosten zusätzliches Geld.
Die Uhr tickt. Die Champions-League-K.o.-Phase läuft, die Spielstätte glänzt in neuem LED-Gewand, aber drum herum liegt alles brach. Die Anwohner feiern ihren Sieg als Sieg der Nachbarschaft gegen die Kommerzialisierung des Stadtviertels. Für Real Madrids Finanzvorstand ist es ein Déjà-vu: Schon beim Bau des Stadions selbst musste der Klub wegen Denkmalschutz und Lärmschutz nachsteuern. Diesmal wird die Lektur des Urteils wohl wieder bei Nacht und Nebel passieren – ohne offizielles Statement, denn das Blatt ist dünn.
