Georg koch gestorben: bundesliga-keeper stirbt mit 54 jahren

Der deutsche Fußball hat einen seiner stillen Großen verloren. Georg Koch, Torwart mit 213 Bundesliga- und 165 Zweitliga-Einsätzen, ist nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 54 Jahren gestorben. Im April 2023 hatte er die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs erhalten – unheilbar. Was danach folgte, war nur noch eine Frage der Zeit, die er mit einer Würde durchstand, die dem Mann vollkommen entsprach.

Ein keeper, der aufstieg buchstabieren konnte wie kein zweiter

Wer Kochs Karriere in Zahlen fasst, versteht schnell, womit er seinen Lebensunterhalt verdiente: nicht mit Glamour, sondern mit Verlässlichkeit. Mit Fortuna Düsseldorf schaffte er 1995 den Durchmarsch in die Bundesliga. 1999 folgte der Aufstieg mit Arminia Bielefeld, 2005 und 2007 gleich zweimal mit dem MSV Duisburg. Vier Aufstiege. Kein anderer Torhüter seiner Generation kann das so klar vorweisen.

Koch war kein Torwart, der Titelseiten füllte. Er füllte Netze – nein, er leerte sie. Woche für Woche, Verein für Verein, Liga für Liga. Zwischenzeitlich stand er beim 1. FC Kaiserslautern im Kader, stieß mit den Roten Teufeln 2001 ins UEFA-Cup-Halbfinale vor und stand 2003 im DFB-Pokal-Finale. Auch als möglicher Nationaltorhüter war sein Name im Gespräch – ein Zeichen, wie hoch ihn Fachleute damals einschätzten.

Europäische stationen und ein spätes double in zagreb

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Den Schritt ins Ausland wagte Koch mehrfach. PSV Eindhoven, Dinamo Zagreb, Rapid Wien – er kannte keine Berührungsängste. Gerade in Zagreb fand er seinen letzten großen Moment als Aktiver: 2008 holte er mit Dinamo das nationale Double aus Meisterschaft und Pokal. Ein Abschluss, der passt. Wer so viele Aufstiege erlebt hat, sollte am Ende auch einen Titel haben.

Am 23. Januar 2009 erklärte Koch seine Karriere offiziell für beendet. Er war 38 Jahre alt. Nach dem Abpfiff versuchte er sich in verschiedenen Rollen – zuletzt als Scout beim Drittligisten Viktoria Köln, den er 2023 krankheitsbedingt verlassen musste.

Der msv duisburg verabschiedet sich mit worten, die treffen

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Der MSV Duisburg, bei dem Koch gleich zweimal aufgestiegen war und zuletzt noch als Gesicht der Vereinsgeschichte galt, schrieb am Mittwochabend auf seiner Website: „Danke für deine Zeit in ZebraStreifen, lieber Georg. Danke für all' die Momente, die du der ZebraFamilie gegeben hast. Mach's gut da oben!