Gc feuert scheiblehner nach nur einem sieg – sutter zieht notbremse im abstiegskampf
Ein Sieg, elf Niederlagen, Platz 10 – Ende. Gerald Scheiblehner muss beim Grasshopper Club nach nur fünf Monaten gehen. Sportchef Alain Sutter spricht von einem „notwendigen Impuls“, doch hinter den Kulissen herrscht Alarmstimmung.
Der absturz in zahlen: 13 punkte aus 18 spielen
Die Bilanz ist brutaler als jede Polemik. Seit Jahresbeginn holte GC unter Scheiblehner durchschnittlich 0,72 Punkte pro Spiel – das reicht nicht einmal für die Challenge League. Nach dem 1:5 in Thun und dem Sieg von Konkurrent Winterthur gegen Luzern droht der Abstieg realer denn je. Sutter versucht, die Katastrophe in schönzureden: „Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht zur Panik neige.“ Doch die Zahlen lügen nicht.
Scheiblehner selbst stand am Dienstag wie ein Mann verloren auf dem GC-Campus. „Er hat nichts falsch gemacht“, sagt Sutter. Was heißt das schon, wenn der Klub auf dem besten Weg ist, historisch abzusteigen? Die Entscheidung fiel laut Sutter nicht nach einem bestimmten Spiel, sondern nach „nüchterner Analyse“. Die nackte Wahrheit: GC war zu passiv, zu ideenlos, zu harmlos.

Messner, gashi, pavlovic – ein notpakt mit ablaufdatum
Nun übernimmt Gernot Messner gemeinsam mit Assistenzcoach Gezim Gashi und Athletiktrainer Nikola Pavlovic. Ein Trio, das sich der Gefahr bewusst ist. „Ihnen ist klar, dass sie viel verlieren können“, sagt Sutter. Doch was können sie gewinnen? Die Rückrunde beginnt in zwei Wochen, der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt bereits fünf Punkte.
Die Spieler reagierten mit betretenem Schweigen. Kapitän Maceiras wollte sich nicht äußern, ein Stammkeeper sagte anonym: „Wir haben nicht gelernt, wie man sich aus der Umklammerung befreit.“ Das ist das echte Problem: GC ist nicht nur schlecht – GC ist ideenlos. Und ein neuer Trainer allein wird das nicht ändern.
Sutter gibt sich kämpferisch: „Wenn ich nicht daran glauben würde, müsste ich sagen, dass ich nicht mehr der Richtige bin für diesen Job.“ Doch der Sportchef weiß: Glauben allein rettet keine Saison. Jetzt zählen nur noch Punkte – und die Uhr tickt laut.
