Gaugisch warnt die routiniers: em-quali wird zum befreiungsschlag für fünf teenager

Markus Gaugisch schickt ein Signal durch die deutsche Handball-Welt: Auch Vize-Weltmeisterinnen können aus dem Kader fliegen. Mit fünf U19-Europameisterinnen und zwei frisch gebackenen Bundesliga-Torhüterinnen formiert der Bundestrainer ein Küken-Aufgebot, das die Silber-Generation vor die Wahl stellt: mitmachen oder mitjubeln.

Die liste der entthronten steht noch aus

Die Rechnung des 51-Jährigen ist klar. Nach 21 Monaten Kontinuität folgt der großen Pause die große Probe. „Wir wollen sehen, wer sich wirklich brennen lässt“, sagt Gaugisch, ohne Namen zu nennen. Dabei ist der Druck längst da. Die zwölf Silberheldinnen von 2023 wissen: December in Polen, Rumänien und Co. ist nur noch mit Top-Form garantiert.

Die jungen Wilden kommen. Chiara Rohr, Jana Walther, Aylin Bornhardt, Marlene Tucholke und Lara Däuble sind keine Lückenfüller. Sie sind 18, gewohnt zu siegen und tragen in den Augen von Team-Managerin Anja Althaus „den Zündstoff, den die Truppe braucht“. In Skopje und Hamm erhalten sie den Luxus echter Pflichtspiel-Minuten. Kein Test, kein Kurz-Trip. EM-Atmosphäre light, aber mit messbaren Konsequenzen.

Between the posts wird ebenfalls neu gespult. Marie Weiss (Metzingen) und Laura Kuske (Thüringer HC) bilden ein Torhüter-Duo, das gemeinsam gerade einmal zwei Länderspiele aufweist. Die Message: Der Karren wird künftig schneller, beweglicher und mutiger gesteuert.

Der zeitplan ist gnadenlos

Der zeitplan ist gnadenlos

Noch während die A-Nationalmannschaft in Großwallstadt trainiert, entscheidet sich am 16. April in Kattowitz, wen die Auslosung in welche EM-Gruppe schickt. Gaugisch will mit zwei Siegen gegen Nordmazedonien und Belgien die Visitenkarte abgeben – und im Kopf schon die Entscheidung treffen, welche Routiniers er tatsächlich schont und welche nur geschont wird.

DHB-Sportchef Ingo Meckes spricht das aus, was viele denken: „Wir haben die Luxus-Situation, in Pflichtspielen experimentieren zu dürfen.“ Der Satz klingt wie ein Geschenk, ist aber ein Selektions-Bumerang. Wer jetzt patzt, verliert nicht nur das Spiel, sondern möglicherweise den Platz.

Die Europameisterschaft rückt mit 259 Tagen so nah heran, dass jede Übungseinheit zählt. Die Silbermedaille von 2023 glänzt, verhindert aber keinen Sturz. Die neue Garde ist angekommen – und sie spielt nicht nur mit, sondern gleich um die Zukunft der deutschen Frauen-Nationalmannschaft.