Gattuso bricht nach wm-desaster zusammen: 'das tut weh, für ganz italien'

Rino Gattuso stand da, als hätte man ihm das Herz herausgerissen. Die Stimme zitterte, die Augen glasig, die Sätze brachen sich wie altes Holz unter dem Gewicht einer ganzen Nation. ‚Diese Jungs haben es nicht verdient, so zu scheitern. Drei hundertprozentige Chancen. Drei!‘ So beginnt die Nacht, in der Italiens Traum von der WM 2026 in Tränen endet.

31. März, Mailand, 23:57 Uhr. Die Uhrzeiger schaufeln sich die Sekunden ins Gesicht, während der Commissario Tecnico vor den Rai-Mikrofonen um Fassung ringt. ‚Wir haben alles reingeschmissen: Leidenschaft, Liebe, Taktik. Und dann kassierst du so eine Klatsche. Das ist Fußball – brutal, ungerecht, unerbittlich.‘

Skandal-elfmeter und var-gekreische lassen azzurri verzweifeln

Gattuso will den Schiedsrichter nicht beim Namen nennen, doch seine Kiefermuskeln ballen sich. ‚Ich sage nichts über den Mann in Schwarz. Aber die Szene fünf Minuten vor Schluss war ein Joke. Der VAR schaut, schaut wieder, schlägt dann um wie ein Wetterfahne.‘ Laut Opta hatte Italien 72 Prozent Ballbesitz, 17 Torschüsse, xG von 2,4 – und dennoch steht am Ende eine 1:2-Niederlage, die das Land in tiefe Depression stürzt.

Die Zahlen lügen nicht: Seit 1966 hat kein italienischer Trainer mehr so viele Großchancen in einem einzigen Quali-Spiel vergeben gesehen. ‚Wenn du drei Mal nur den Torhüter vor dir hast und den Ball nicht versenkst, darfst du hinterher nicht jammern. Aber wir haben auch zwei Pfosten getroffen und einen Kopfball auf der Linie gekratzt. Das ist nicht mehr Pech – das ist ein Fluch.‘

‚Ich habe versagt – und das tut weh‘

‚Ich habe versagt – und das tut weh‘

Gattuso blickt nach unten, seine Hände zittern. ‚Ich habe mein Land im Stich gelassen. Den Klempner in Neapel, den Studenten in Turin, die Großmutter in Palermo, die bis Mitternacht vor dem Fernseher gesessen hat. Ich kann ihnen allen nicht in die Augen schauen.‘ Der 46-Jährige weiß, dass seine Amtszeit nach diesem Debakel auf Messers Schneide steht. ‚Meine Zukunft? Egal. Jetzt zählt nur, dass wir wieder aufstehen. Morgen früh um sieben laufe ich trotzdem meine zehn Kilometer, weil der Sport nicht aufhört, nur weil du heulst.‘

Italiens Fiasko-Kalender reißt ein weiteres Kapitel auf: 2018 blieb man in Russland außen vor, 2022 schaffte man den Sprung nach Katar gerade noch. 2026? Atlanta, Dallas, Mexiko-Stadt – ohne Azzurri. Die FIFA wird die Gruppenauslosung am 1. Juli durchführen, und ein gigantisches Vakuum bleibt zurück. Sponsoren drohen mit Ausstieg, der Staat zieht Fördergelder zurück. ‚Wir reden hier über Milliarden, nicht über Tränen. Aber Tränen sind das Einzige, was ich heute Nacht liefern kann.‘

Gattuso dreht sich ab, stapft durch den Mixed-Zone-Dschungel, die Schultern noch ein Stück tiefer als vorhin. Hinter ihm flackert die Rai-Live-Übertragung, vor ihm wartet ein Land, das wieder einmal seinen Lieblingstraum begraben muss. Die WM ohne Italien – das ist, als würde man ein Fest geben und vergessen, den Gastgeber einzuladen. Die Party findet trotzdem statt, nur wird niemand italienisch singen.