Gasperinis roma verspielt juve-k.o. – und beschwört den geist von totti

Ein Schlusspfiff, der wie ein Schlag ins Gesicht klingt. Die Roma war bei +7 auf die Juve, landete beim 3:3 und ist nur noch +4 – das Gefühl: eine Niederlage mit Happy-End für die anderen. Gian Piero Gasperini stapft durch die Mixed-Zone, sein Blick schwarz, die Stimme rauer Kieselstein: „Wer jetzt den Kopf hängen lässt, hat das Spiel nicht verstanden.“

Der 93. minute schlug das pendel zurück

Federico Gatti köpft in der Nachspielzeit, die Juve jubelt wie nach einem Pokalfinale – und im Olimpico verstummt 65.000 Kehlen. Gasperini schlägt mit der flachen Hand gegen die Interviewwand: „Erklärt mir einer, warum wir trauern sollen! Elf Spiele sind noch zu spielen, das Meisterschaftsfinale ist nicht heute.“

Die Statistik lügt nicht: Dreimal führte die Roma, dreimal riss die alte Dame den Faden. Die Gegentore gleichen einem Drehbuch für Horror-Fans: Alle aus ruhenden Bällen, alle nach Standardsituationen, an denen die Roma-Defensive wie eingefroren wirkte. „Wir haben die erste Flanke nicht angegriffen, sondern beobachtet – das ist unser einziger Vorwurf“, so der Coach.

Der blick bleibt nach vorne – bis zum duell mit milan und napoli

Der blick bleibt nach vorne – bis zum duell mit milan und napoli

Gasperini zieht die Brauen zusammen, als würde er eine Strategie-Karte entziffern. „Wir haben Milan und Napoli vor der Brust. Die Scudetto-Entscheidung fällt nicht an einem Abend, sondern an den Details.“ Die Roma blieb in Top-Spielen ohne Sieg – doch die xG-Werte sprechen eine andere Sprache: 2,4 zu 1,9 gegen Juve, 2,1 zu 1,4 in Neapel. Pech statt Prinzip.

Bei der Pressekonferenz kommt noch ein Postskriptum über Totti. „Francesco? Wir haben nie gesprochen. Aber ich habe eine Idee“, sagt Gasperini mit einem schiefen Grinsen. Das Publikum rätselt: Kommt der Capitano als Mentoring-Coach für die entscheidenden Wochen? Kein Nein, kein Ja – nur ein Funkeln in den Augen des Trainers.

Die Tabelle lügt nie, aber sie zählt auch keine Tränen. Bei +4 Punkten Vorsprung auf Platz fünf ist die Champions-League noch keineswegs gelaufen. Gasperini ballt die Faust: „Wer jetzt aufgibt, ist kein Römer.“