Gasperini wirft u-19-abwehr ins feuer: roma ohne dybala, dovbyk und mancini
Roma, 9. April – 23 Namen, aber kein echter Stürmer. Trainer Gian Piero Gasperini hat den Kader für das Heimspiel gegen Pisa (Fr., 20.45 Uhr) freigegeben – und die Liste liest sich wie ein Notprogramm. Dovbyk, Dybala, Ferguson, Konè, Wesley: allesamt in der Reha. Dazu fällt Gianluca Mancini nach seiner Adduktorenzerrung im Topspiel gegen Inter (2.5) komplett aus.
Jung, grün und sofort gefordert
Die Antwort des Coaches kommt aus der U-19-Abteilung: die Innenverteidiger Seck und Mirra rücken ins Profiteam, weil sonst nur noch sechs Feldspieler mit Einsatzminuten in der Serie A übrig bleiben. „Wir haben keine Zeit, über Fehlende zu jammern. Die Tabelle erlaubt keinen Selbstmitleidskurs“, sagte Gasperini nach dem Abschlusstraining in Trigoria. Die Roma hat drei der letzten vier Partien verloren und hängt in der Tabelle wie ein Sprungbrett zwischen Champions-League-Rang vier und der Europa-League-Zone.
Im Tor darf wohl Mile Svilar nach seinem furiosen Auftritt bei Inter erneut beweisen, dass er bereit ist für die Nummer-1-Rolle. Vor ihm bilden Cristante und Pellegrini eine Not-Abwehrkette, flankiert von Ndicka und Celik. Die einzige Spitze: El Shaarawy, der seit Wochen mit muskulären Problemen kämpft und nun doch von Anfang an ran soll.

Pisa reist mit selbstvertrauen an
Die Gäste aus der Toskana haben die letzten drei Auswärtsspiele ohne Gegentor gewonnen. Trainer Luca D'Angelo bringt seine Mannschaft in der 3-5-2-Variante auf den Platz – mit dem Ex-Roma-Leihspieler Nicholas Pierini als mobilen Spitzen. Für die Roma droht, was vor zwei Wochen noch undenkbar schien: das fünfte Pflichtspiel in Serie ohne Sieg. Die Kurve reagierte nach dem Inter-Debakel mit Pfiffen, die sportliche Leitung um Tiago Pinto kassierte Spott für das miese Timing der Vertragsverlängerungen.
Gasperinis einziger Trumpf: das Olympiastadion. Dort hat Roma in dieser Saison erst einmal verloren – gegen Juventus im Oktober. Die restlichen 13 Heimspiele brachten 30 Punkte. Wenn die Serie reißt, rutscht die Roma auf Platz sieben – und verabschiedet sich vorerst aus dem Rennen um die Königsklasse.
Die Zahlen sind gnadenlos: ohne Dovbyk fielen in den letzten fünf Spielen nur vier Treffer. Mit ihm waren es vorher 1,9 Tore pro Partie. Die Lücke stopft nun ein 19-jähriger Innenverteidiger, der in der Primavera gerade mal 90 Minuten auf dem Buckel hat. Die Stunde der Wahrheit für Gasperinis Experiment – und vielleicht die letzte Chance, die Saison noch zu retten.
