Ganna rast van aert in letzter sekunde – belgier erneut zweiter in flandern

37 Kilometer vor dem Ziel jagte Wout van Aert über den Eikenberg, riss das Rennen auseinander, glaubte an den Tag seiner Tage. Doch auf der letzten Metern der Dwars door Vlaanderen schoss Filippo Ganna wie ein U-Boot aus dem Feld, riss die Fahne – und ließ den Belgier erneut leer aus. Zweiter Platz, zweites Jahr in Folge, dieselbe Wunde.

Van aerts solo endet 50 meter zu früh

Am Nokereberg, 9 km vor Waregem, warf van Aert sogar Niklas Larsen ab, biss die Zähne zusammen, blickte nicht zurück. Die Siegerpose war schon in seinem Kopf. Dahinter jagte Ganna allein, ohne Helfer, mit 92 kg Muskelmasse gegen die Uhr. Das Feld schrumpfte, die Lücke schmolz, die Mauer aus Kopfsteinpflaster wurde zur Arena. 184,6 km nach Roeselare war die Entscheidung fällig – und Ganna hatte noch Pulver.

Der Italiener, sonst Zeitfahr-Weltmeister, feierte seinen ersten Eintagesklassiker-Sieg überhaupt. „Ich habe nur noch gedacht: Vollgas, sonst wird’s nichts“, sagte er mit zittriger Stimme. „Wout war stark, aber mein Team hat mir die letzten 20 km per Radio in die Beine geredet.“ Die Daten: 4:12:36 Stunden, 43,8 km/h Durchschnitt, letzte 2 km in 2:18 Minuten.

Die generalprobe für die ronde endet mit fragezeichen

Die generalprobe für die ronde endet mit fragezeichen

Für van Aert war es die zweite bittere Niederlage nach 2025 – und ein Warnschuss vor dem Sonntag. Dann geht es gegen Tadej Pogačar, Mathieu van der Poel und Remco Evenepoel. Drei Superstars, ein Ziel: Flandern-Rundfahrt. Van Aert presste die Lippen zusammen: „Ich bin gut, aber gut reicht nicht. Am Sonntag muss ich besser sein.“

Die 80. Ausgabe von „Dwars door Vlaanderen“ war mehr als ein Vorspiel. Sieben Kopfsteinpflasterpassagen, zwölf Hügel, eine Saison, die in den letzten 200 Metern neu geschrieben wurde. Ganna fuhr sich in die Geschichtsbücher – van Aert in die nächste Krise.

Die Flandern-Rundfahrt am Sonntag wird die Antwort liefern. Bis dahin bleibt van Aert der Mann, der fast gewann. Und Ganna der Mann, der es ihm wieder nahm.