Ganna bereit für den triumph: kann er in viareggio geschichte schreiben?
Filippo Ganna, der italienische Zeitfahrspezialist, gilt als der klare Favorit beim Einzelzeitfahren der Giro d’Italia. Nach neun Etappen und einer kurzen Verschnaufpause startet das Rennen heute mit einem 42 Kilometer langen Kurs von Viareggio nach Massa – ein Fest für Ganna, der hier seine Ambitionen auf den Gesamtsieg untermauern will.

Die uhr tickt für vingegaard und co.
Während Jonas Vingegaard versucht, Afonso Eulalio im Kampf um das Rosa Trikot herauszufordern, liegt der Fokus auf Ganna. Der 29-Jährige, der in den bisherigen Etappen unterstützende Aufgaben für Thymen Arensman und Egan Bernal übernommen hat, ist nun bereit, selbst in den Mittelpunkt zu rücken. Sein Auftritt in Viareggio könnte der entscheidende Moment sein, um seine Form unter Beweis zu stellen und die Konkurrenz zu übertrumpfen.
Ganna scheint sich in einer glänzenden Verfassung zu befinden. Er ließ gestern seinen Barbier ins Hotel kommen – „Ein Busch auf dem Kopf, das konnte ich nicht tolerieren“, scherzte er – und scheint bereit für den Kampf. Die italienische Hoffnung ruht auf seinen Schultern, und er scheint den Druck zu genießen. „Ich sehe es nicht so“, erklärt Ganna. „Der Giro ist lang. Wir haben gesehen, wie Fahrer in der ersten Woche aufblühten und dann verblassten. Ich denke an Milan, der zwar die Sprints verlor, aber immer präsent war, und an Pellizzari, der nicht nachlassen darf.“
Ein Blick zurück und ein Blick nach vorn: Ganna blickt auf eine wechselhafte Frühjahrssaison zurück. Der Sieg beim Dwars door Vlaanderen war ein Highlight, während Milano-Sanremo und Paris-Roubaix enttäuschten. „In Sanremo habe ich es vermasselt“, gesteht er. „Ich habe mich zu sehr auf die Tirreno-Adriatico konzentriert, um Gewicht zu verlieren. Ein Fehler, den ich nicht wiederholen werde.“
Doch Ganna hat seine Ziele klar vor Augen. „Ich will drei Etappen gewinnen und die Zehner-Marke knacken“, verkündet er. „Verbania, mein Zuhause, ist ein besonderer Termin. Aber das ist erst der Anfang. Nach dem Giro steht die Tour de France an, wo ich eine Etappe gewinnen will.“
Die neue Ära seiner Mannschaft, mit Geraint Thomas als sportlichem Leiter und dem Rückkehr von Dave Brailsford, scheint Früchte zu tragen. „Wir sind gut drauf“, sagt Ganna. „Nur UAE hat bisher mehr Siege errungen, aber der Teamgeist ist groß.“
Ganna blickt selbstbewusst in die Zukunft. „Ich will die Weltmeisterschaften im Zeitfahren gewinnen“, erklärt er. „Remco Evenepoel ist der Mann, den es zu schlagen gilt, und ich werde hart dafür arbeiten.“
Mit 87 Kilogramm Gewicht auf den Schultern – „keine leichte Last in den Bergen“, grinst er – ist Ganna bereit, Geschichte zu schreiben. Sein Auftritt in Viareggio wird zeigen, ob er seine Ambitionen in die Tat umsetzen kann. Die Erinnerung an seinen Triumph vor zwei Jahren in Desenzano, als er Pogacar schlug, spornt ihn an. „Damals brauchte ich diesen Sieg. Heute lebe ich alles intensiver, reifer.“
Die Fans dürfen sich auf ein spannendes Rennen freuen. Ganna, der Mann mit dem neuen Farbdesign auf seinem Pinarello, ist bereit, die Konkurrenz zu überwinden und das Zeitfahren zu dominieren. Die Frage ist nicht, ob er gewinnen wird, sondern wie deutlich er siegen wird.
