Pechstein übernimmt: eisschnelllauf-zepter bis jahresende!
Ein überraschender Wechsel im deutschen Eisschnelllauf: Claudia Pechstein, die fünfmalige Olympiasiegerin, schlüpft ab dem 16. Mai kommissarisch in die Rolle der Bundestrainerin im Bereich Allround. Die Entscheidung der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) wirft Fragen auf, gibt aber gleichzeitig Planungssicherheit bis zum Jahresende.

Die hintergründe der trainerrochade
Die Umstrukturierung im DESG-Trainerteam ist eine direkte Folge der enttäuschenden Leistungen bei den Winterspielen in Mailand. Sowohl Aart van der Wulp (Sprint) als auch Alexis Contin (Allround) haben ihre Posten verlassen, was eine öffentliche Ausschreibung der Stellen nach sich zog. Die Bewerbungsfrist endete kürzlich, doch bis zur endgültigen Besetzung übernehmen Pechstein und Andreas Kraus kommissarisch die Verantwortung.
Pechstein, die bereits als Bundesstützpunkt-Trainerin in Inzell tätig ist, wird nun zusätzlich die Koordination und fachliche Führung der Bundestrainer im Allround-Bereich übernehmen. Andreas Kraus, der bisher für den Nachwuchs zuständig war, wird kommissarisch auch als Bundestrainer Sprint fungieren. Unterstützung im Nachwuchsbereich erhalten beide von Denny Ihle und Tony Seidenglanz.
DESG-Präsident Matthias Große, der auch der Lebensgefährte von Pechstein ist, betonte die Notwendigkeit einer schnellen Lösung: „Ich bin sehr zufrieden, dass wir hier eine vernünftige Regelung zur Sicherstellung einer funktionsfähigen Trainerstruktur gefunden haben. Beide Trainer genießen unser volles Vertrauen.“ Die Übergangslösung soll dem Verband Zeit verschaffen, einen geordneten Bewerbungsprozess durchzuführen und die Trainer zu bestimmen, die die deutschen Athleten zu Olympia 2030 führen sollen.
Die Entscheidung Pechsteins ist nicht unumstritten, aber sie unterstreicht die Dringlichkeit, eine stabile Trainerstruktur zu gewährleisten. Die jüngsten Urteile des Oberlandesgerichts Hamburg im Streit mit der ARD über die Berichterstattung zeigen zudem, dass der Verband unter Druck steht, transparent und verantwortungsbewusst zu handeln. Die kommenden Monate werden zeigen, ob diese Übergangslösung den deutschen Eisschnelllauf erfolgreich durch die Planungsphase bis 2030 führen kann.
