Gallese: von polizeigewalt und diplomatischem taktieren in madrid
Ein Schlagabtausch mit der Polizei, eine Nacht im Gefängnis und ein diplomatisches Tauziehen – der peruanische Torwart Pedro Gallese erlebte in Madrid eine Nacht, die er so schnell nicht vergessen wird. Der Vorfall, der sich vor dem Länderspiel gegen Marokko zutrug, wirft einen Schatten auf den ansonsten ruhigen Ruf des peruanischen Nationalteams.
Die eskalation vor dem metropolitano
Die Ereignisse entfalteten sich am 27. März 2023, einen Tag vor dem entscheidenden Gruppenspiel gegen Marokko im Estadio Metropolitano. Hunderte peruanische Fans hatten sich vor dem Hotel des Teams, dem NH Collection Eurobuilding, versammelt, um ihre Helden zu unterstützen. Ein eigentlich fröhlicher Empfang sollte sich in eine unangenehme Auseinandersetzung verwandeln, als die Fans den Sicherheitsabstand zu den Spielern durchbrachen. Die Polizei griff ein, um die Ordnung wiederherzustellen, und in der resultierenden Trübung geriet Gallese in den Fokus.
Laut Zeugenberichten soll Gallese versucht haben, einen Polizisten zu schützen, der von den Fans bedrängt wurde. Dabei kam es zu einem Zusammenstoß, bei dem Gallese einem Beamten einen Schlag versetzte. Die Anschuldigung: Körperverletzung. Die Folge: Festnahme und eine Nacht im Polizeigefängnis.
Lo que niemand erzählt, ist der Auslöser der Eskalation: Ein Polizist hatte zuvor den peruanischen Mittelfeldspieler Yoshimar Yotún unsanft gestoßen, was zu einer sofortigen Reaktion des Spielers führte. Die Situation eskalierte in Windeseile, als sich weitere Spieler zu Yotún begaben und sich Gallese in die Auseinandersetzung mischte.
Die spanische Regierung warnte im Vorfeld die peruanische Delegation und die Spieler vor dem hohen Eskalationsrisiko, da die Sicherheitskräfte mit einer großen Anzahl von Fans rechneten. Doch die Ereignisse nahmen unvorhergesehenen Lauf.
Gallese wurde zwar in Gewahrsam genommen, konnte aber bereits am nächsten Morgen, vor dem Spiel gegen Marokko, freigelassen werden. Und das trotz der Anklage wegen Körperverletzung.

Diplomatie im einsatz: ein fall für ministerien und botschaften
Der Fall Gallese entwickelte sich schnell zu einer diplomatischen Angelegenheit. Ministerien, die peruanische Botschaft in Spanien und hochrangige Beamte waren im Einsatz, um eine Eskalation zu verhindern und das Verhältnis zwischen den beiden Ländern nicht zu belasten. Die Verhandlungen dauerten an, aber letztendlich wurde von einer Anklage abgesehen. „Wir sind aus der Sache heraus“, bestätigte ein Sprecher der Delegación del Gobierno in Madrid.
Gallese selbst betonte nach dem Vorfall: „Wir wollten nur mit den Fans feiern und wurden angegriffen.“ Er bestritt vehement, den Polizisten absichtlich verletzt zu haben. Tatsächlich stand der Torwart im Spiel und hielt sein Tor gegen Marokko sauber, ein kleiner Triumph inmitten des Chaos.
Die Geschichte von Pedro Gallese ist mehr als nur ein Vorfall im Zusammenhang mit einem Fußballspiel. Sie ist ein Spiegelbild der Emotionen, die mit dem Sport einhergehen, und der Schwierigkeit, Sicherheitsmaßnahmen mit dem Wunsch der Fans nach Nähe zu ihren Idolen in Einklang zu bringen. Ein diplomatisches Meisterstück verhinderte eine weitere Eskalation, doch der Vorfall wird den peruanischen Fußball und seine Fans noch lange begleiten.
