Gall kämpft sich ins rampenlicht: überraschungsmann beim giro!
Felix Gall. Der Name war vor dieser Giro d’Italia kaum einem Radsportfan ein Begriff. Doch der junge Österreicher hat in Italien für Furore gesorgt und sich als ernstzunehmender Anwärter auf das Podium etabliert. Jonas Vingegaard fährt seinen eigenen Kurs, aber Gall klammert sich hartnäckig an die Verfolgerposition.
Ein überraschend starker auftritt
Während Vingegaard die Berge dominiert, hat Gall eine Strategie gefunden, die aufzugehen scheint: Er versteckt sich im Windschatten der Konkurrenz, schont seine Kräfte und schlägt dann im entscheidenden Moment zu. So war es auch auf der 16. Etappe, als er im Schlussspurt die Konkurrenz überraschte und sich den zweiten Platz sicherte. Ein taktischer Schachzug, der sich auszahlte.
„Wir stehen vor den anderen Podiumskandidaten. Deshalb können wir ihnen gegenüber zurückhaltend agieren“, erklärt sein Sportlicher Leiter Luke Roberts. Gall hat gelernt, wann er attackieren muss und wann er sich zurückhalten sollte. Diese taktische Reife ist beeindruckend, besonders für einen jungen Fahrer.

Mehr als nur widerstandsfähigkeit
Gall ist nicht nur widerstandsfähig, er hat auch seine Trainingsmethoden optimiert. „Ich habe sehr gut trainiert, habe schon drei Höhentrainingslager gemacht, mehr trainiert, weniger Rennen gefahren“, so Gall. Diese veränderte Herangehensweise hat Früchte getragen. Er ist in der Form seines Lebens und hat sogar den Eindruck, dem Niveau von Größen wie Pogacar näher gekommen zu sein.
Die Zeitfahrspezialität, die ihm bisher Probleme bereitete, scheint er gemeistert zu haben. Auch wenn er im Zeitfahren wertvolle Sekunden verlor, hat er diese durch seine Leistungen in den Bergen mehr als wettgemacht. Seine Konstanz und sein taktisches Geschick machen ihn zu einem gefährlichen Gegner.
Die nächsten Etappen werden entscheidend sein. Doch eines ist klar: Felix Gall hat bewiesen, dass er zu den besten Kletterern der Welt gehört und ein Podium bei einer Grand Tour durchaus im Bereich des Möglichen liegt. Er ist der Überraschungsmann der Giro d’Italia, der sich hartnäckig ins Rampenlicht gekämpft hat.
