Fürth schlägt hannover 96: der abstiegskandidat wird zum aufstiegsstolperer
Die SpVgg Greuther Fürth hat mit einem 2:1-Sieg beim Aufstiegskandidaten Hannover 96 einen perfekten Blitzstart in den Rest der Saison hingelegt – und die Aufstiegsträume der Niedersachsen ins Wanken gebracht. Die Kleeblätter, zuletzt noch tief im Keller der 2. Bundesliga, schoben sich nach dem zweiten Sieg in Folge auf den Relegationsplatz. Hannover hingegen kassierte die erste Heimniederlage seit Oktober und muss nun um den direkten Wiederaufstieg zittern.
Noel futkeu trifft – und hannover gerät in panik
Schon in der ersten halben Stunde war klar: Fürth hatte sich den Matchplan von Trainer Heiko Vogel auf der Zunge zergehen lassen. Tiefes 4-5-1, dicht gestaffelt, und bei Ballgewinn sofort nach voren. Nach 33 Minuten machte Noel Futkeu den Plan mit einem Drehschuss aus zehn Metern perfekt – sein elftes Saisontor. Hannover wirkte wie gelähmt, die Innenverteidiger wirkten wie auf dem Zahnfleisch, während Fürths Kapitän Felix Klaus den Ball immer wieder in die Tiefe spielte. „Wollten unbedingt vom letzten Platz weg“, sagte Klaus nach Abpfiff – und das saß.
Die 96er kamen zwar durch Maurice Neubauer nach der Pause zum Ausgleich, doch Fürth ließ sich nicht aus dem Konzept bringen. Jannik Dehm schlenzte den Ball nach einem Konter in den Winkel, Hannovers Enzo Leopold vergab später einen Foulelfmeter – der dritte verschossene Strafstoß der Saison für die Roten. „Das bringt einfach nichts“, sagte Trainer Christian Titz sichtlich mitgenommen. „Wir laden den Gegner ein.“

Heiko vogel packt den mut der verzweiflung
Was diesen Sieg so besonders macht: Vogel hatte seine sechs Führungsspieler am Dienstag ins Büro bestellt, den Matchplan mit ihnen diskutiert – und sich für die Risovariante entschieden. „Hammer, was die Jungs da abgeliefert haben“, sagte er nach dem Spiel. Die Mannschaft habe selbst gesagt: „So ist das kein Problem.“ Und so war es dann auch. Fürth stand mit der Rückkehr zur alten Kampfesmentalität wieder da, wo es in dieser Saison noch nie war: über dem Strich.
Hannover muss nun am Sonntag nach Schalke, Fürth empfängt Elversberg. Für die Franken geht es ums reine Überleben, für Hannover plötzlich ums pure Durchkommen. Die Tabelle lügt nicht: Fürth hat den Anschluss, Hannover den Druck. Und im Niedersachsenstadion klangen nach dem Abpfiff nicht mehr die Aufstiegsgesänge, sondern der gepresste Pfiff der eigenen Fans. Der Traum vom Wiederaufstieg ist nicht geplatzt – aber er ist ins Wanken geraten. Fürth hat gezeigt: Am Millerntor und in Fürth wächst kein Gras mehr über die Hoffnung. Und manchmal reicht ein einziger Sieg, um eine ganze Saison umzukrempeln.
