Fürth rettet sich: dramatik, knackigkeit und ein letzter tanz!

Die Luft in Fürth war zum Schneiden dick, die Nerven lagen blank. Doch am Ende feierten die Fans des Kleeblatts einen hart erkämpften 2:0-Sieg gegen Rot-Weiss Essen und damit den Verbleib in der 2. Bundesliga. Ein Sieg, der nach einer Saison voller Turbulenzen und Krisen mehr als nur verdient ist.

Der „ewige“ zweitligist – und wie er kämpft

Nachdem RWE im Hinspiel noch überraschend mit 1:0 die Nase vorn hatte und die Hoffnung auf eine lange verloren geglaubte Rückkehr in die Zweite Liga neu entfacht hatte, präsentierte sich Fürth im Rückspiel von einer ganz anderen Seite. Von Beginn an zeigten die Gastgeber eine beeindruckende Entschlossenheit und beherrschten das Spielgeschehen. Noel Futkeu brachte das Kleeblatt in der 29. Minute in Führung, und Branimir Hrgota, der in seinem letzten Spiel für den Verein stand, sorgte kurz nach der Pause mit dem 2:0 für die Entscheidung.

Felix Klaus, Fürths Routinier, schwärmte nach dem Spiel bei Sky: „Es fällt eine Riesenlast ab. Das ist unbeschreiblich. Ich bin überglücklich und unglaublich stolz. Das war eine tolle Leistung!“ Ein Gefühl, das zweifellos von allen Beteiligten geteilt wurde, denn die Saison war alles andere als einfach verlaufen.

Uwe Koschinat, der Trainer von RWE, war sichtlich enttäuscht. „Es ist ärgerlich. Wir hatten viele Möglichkeiten, in die Verlängerung zu kommen. Wir haben unser Herz auf dem Platz gelassen und können stolz sein, auch wenn wir uns im Moment dafür nichts kaufen können“, so Koschinat bei Sat.1. Der Meister von 1955 verpasst damit die Rückkehr in die Zweite Liga, in der man zuletzt in der Saison 2006/2007 zu Hause war.

Handgemenge und fan-proteste

Handgemenge und fan-proteste

Die Freude über den Klassenerhalt wurde jedoch von blank liegenden Nerven und einem kurzzeitigen Handgemenge überschattet. Auch die Fürther Fans zeigten ihre Unzufriedenheit über die insgesamt schwache Saison, indem sie ein riesiges Banner mit der Forderung „Auf dem Platz und in den Gremien: Versager raus – Neuanfang jetzt!“ präsentierten. Klaus räumte ein, dass „einiges falsch gelaufen“ sei, betonte aber, dass der Zeitpunkt für eine detaillierte Analyse nicht der richtige sei. Die Fans machen Druck, und das zu Recht.

Die Tatsache, dass Fürth die „ewige“ Zweitligatabelle souverän anführt – ein Beweis für die Beständigkeit des Vereins – und sich erst im letzten Saisonspiel durch einen 3:0-Sieg gegen Düsseldorf überhaupt in die Relegation retten konnte, unterstreicht die Dramatik der Situation. Münster und Düsseldorf sind die beiden einzigen Mannschaften, die aus der 2. Liga abgestiegen sind, während Osnabrück und Cottbus den Aufstieg gefeiert haben.

Für den 1. FC Nürnberg, der in den vergangenen Jahren stets als großer Konkurrent galt, bedeutet dies eine weitere Enttäuschung. Doch das ist Fürths Stunde, und der Verein hat bewiesen, dass er auch in schwierigen Zeiten zu kämpfen weiß. Die Saison mag verkorkst gewesen sein, doch der Klassenerhalt ist ein Lichtblick und ein Grund zur Hoffnung für die Zukunft. Die Tabelle lügt nicht: Fürth ist ein Zweitligaverein – und das soll sich auch in Zukunft so bleiben!