Fuentes überlebte spionage-vorwürfe auf dem weg zum erfolg

Andrea Fuentes, die neue Hoffnungsträgerin des spanischen Synchronschwimmens, hat in ihrer Karriere schon Einiges erlebt. Von der olympischen Medaille bis zu den bizarren Anschuldigungen, eine russische Spionin zu sein – die gebürtige Katalanerin hat es geschafft, sich durchzusetzen und ihre Vision vom Sport umzusetzen.

Ein team, das vor dem ruin stand

Fuentes übernahm 2018 das Ruder eines amerikanischen Teams, das in einem Zustand der Verwüstung schwebte. Korruption, fehlende Struktur und ein Budget von lediglich 60.000 Dollar prägten die Situation. „Der Wert eines Menschen liegt darin, was er mit dem macht, was er hat“, erklärte sie unlängst. Ihre Aufgabe war es, ein neues Fundament zu schaffen, und das tat sie mit einem Ansatz, der auf Exigency und Transparenz basierte. Dieser Wandel stieß jedoch auf Widerstand, insbesondere von Seiten mancher Eltern, die ihre Arbeitsweise in Frage stellten.

Die Anschuldigungen, eine russische Spionin zu sein, die darauf aus war, Amerika zu zerstören, waren der Gipfel der Absurdität. Wie Fuentes im 'Informe Plus+' verriet, kam dieser Vorwurf von der Mutter einer ihrer Schützlinge. Ein Detail, das die Komplexität und den Druck, mit dem sie konfrontiert war, verdeutlicht.

Mehr als nur ergebnisse: glück und wachstum

Mehr als nur ergebnisse: glück und wachstum

Doch Fuentes ließ sich nicht entmutigen. Ihr Fokus lag stets auf dem größeren Ganzen. Als Trainerin hat sie eine Philosophie entwickelt, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. „Der Mensch hat keine Grenzen“, ist ihr Leitprinzip. Ein Moment, der ihre Karriere entscheidend prägte, war, als sie ihre Schwimmerinnen fragte, ob sie für die Olympischen Spiele trainieren wollten. Ihre Antwort war überraschend: Sie wollten nicht olympisch sein, sondern glücklich. Aus dieser Erkenntnis entstand das neue Motto: „Gemeinsam wachsen.“

„Wenn wir die Ergebnisse vergessen und uns auf das Wachstum konzentrieren, besiegen wir viele Rivalen, ohne es zu wollen“, betonte Fuentes. Ein Ansatz, der sich auszahlt, wie die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 beweist – der erste olympische Erfolg für die amerikanische Synchronschwimm-Mannschaft seit zwanzig Jahren.

Von der medaille zum meditationskloister

Von der medaille zum meditationskloister

Nach ihrer aktiven Karriere als Schwimmerin, in der sie vier olympische Medaillen gewann (zwei Silber in Peking 2008, eine Silber und eine Bronze in London 2012) und zahlreiche Welt- und Europameisterschaftstitel errang, suchte Fuentes die innere Ruhe im tibetischen Kloster in Myanmar. Zehn Tage der Meditation veränderten ihre Perspektive. „Ich erkannte, wie ich das Leben angehen wollte und wollte nicht mit all meinem Wissen über den Sport in die Gruft gehen“, gestand sie. Sie versprach sich, eine Trainerin zu sein, „auf eine andere Art und Weise“, und spielte sogar mit dem Gedanken, bei Bedarf Friseurin zu werden.

Ihr Weg ist ein Beweis dafür, dass Erfolg nicht nur durch harte Arbeit, sondern auch durch eine klare Vision, Mut und die Fähigkeit, sich von negativen Einflüssen abzugrenzen, erreicht werden kann. Und während die Synchronschwimm-Welt ihre Expertise genießt, weiß Andrea Fuentes: Ihre Reise hat gerade erst begonnen.