Füchse berlin zwingen nantes in die knie – krickau bricht erholungsplan ab

Die Füchse Berlin haben das Ticket fürs Viertelfinale schon in der Tasche, Platz eins vorzeitig gebucht – und trotzdem wirft Nicolej Krickau seinen Spielern keinen freien Nachmittag hin. Gegen HBC Nantes (40:34) ließ der Hauptstadt-Coach seine Rotation zu Hause, schickt die A-Formation aufs Parkett. Grund: Er will den Schwung nicht abwürgen, den seine Mannschaft seit Wochen trägt.

Krickau stoppt rotation – „wir bleiben im rhythmus“

„Wir hatten abgesprochen, dass wir bei klarer Tabellenlage schonen wollen. Das tun wir jetzt nicht“, sagt Krickau und klingt dabei, als hätte er die mentale Tabelle schon vor sich liegen. Zwei, drei Knöchel und Oberschenkel knacken leicht, aber keiner fällt aus. Die Belastung hält sich ohnehin in Grenzen: Das Hamburg-Spiel wurde vor Weihnachten vorgezogen, danach folgt Länderspielpause. Dreizehn Tage kein Bundesliga-Pfiff – für Krickau ein Horrorbild. „Ich will den Entwicklungsprozess nicht unterbrechen“, knallt er in die Mikros.

Die Entscheidung ist kalte Mathematik. Berlin hat zuletzt sieben Pflichtspiele in Folge gewonnen, kassierte dabei nie mehr als 28 Gegentore. Wer jetzt rotiert, riskiert, dass die Maschine verrostet. Nantes hingegen schielt nur auf die Tabelle der Parallelspiele. Kielce und Veszprém spielen schon um 18.45 Uhr, da wissen die Franzosen vor dem ersten Anwurf, ob ihnen überhaupt noch etwas zu winken ist.

Cojean rechnet mit paris-duell – berlin will showdown verhindern

Cojean rechnet mit paris-duell – berlin will showdown verhindern

„Kielce gewint in Kolstad, Veszprém kriegt Aalborg nicht weg“, prophezeit HBC-Coach Gregory Cojean der L’Équipe. Dann reicht selbst ein Sieg in Berlin nur für Platz fünf – und ein Achtelfinale gegen Paris Saint-Germain. Für Berlin wäre das ein Vorteil: Je höher Nantes landet, desto wahrscheinlicher entgeht den Füchsen ein Top-Gegner im Viertelfinale. Krickau lächelt verschlagt: „Wir bereiten uns vor wie immer. Was danach passiert, schreibt der Computer.“

Der dänische Taktiker will die Showdown-Spekulationen nicht mitfeuern. Stattdessen erinnert er daran, dass seine Mannschaft in der Gruppenphase 243 Tore warf – mehr als jedes andere Team. Die Quote liegt bei 34,7 Treffern pro Spiel. „Wir haben nicht vor, die Zahl zu drosseln“, sagt er und meint damit auch den Gegner. Nantes kassierte in den letzten beiden Partien 72 Gegentore. Die Lücke ist größer als die La Seine.

Für die Füchse geht es also nicht nur um ein Spiel, sondern um die Botschaft an Europa: Wer Berlin stoppen will, braucht mehr als eine Tabellenkonstruktion. Die Maschine läuft auf Hochtouren – und Krickau hat gerade erst Benzin nachgekippt.